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Bei den Testfahrten in Sepang markierte Casey Stoner eine Bestzeit © Honda

Casey Stoner vergleicht sein altes und neues Arbeitsgerät - Bei der Ducati konnte man jede Vibration fühlen, während die Honda viel weicher ist

Nach den ersten Testfahrten sieht es danach aus, als würde Casey Stoner mit seinem Wechsel zu Honda richtig liegen. Der Weltmeister von 2007 war in Valencia und Sepang schnell unterwegs und war ständig im Spitzenfeld zu finden. In Malaysia passierte im zwar ein kleiner Ausrutscher, doch im Gesamten kommt der Australier mit der RC212V gut zurecht. Nicht ganz so perfekt ist es bisher für sein ehemaliges Ducati-Team gelaufen. Keines der italienischen Motorräder war bisher an der Spitze zu finden.

Auch Ausnahmekönner Valentino Rossi hatte Rückstand auf Honda und Yamaha, obwohl der neunfache Champion auch von seiner angeschlagenen Schulter gebremst wird. Für Rossi ist die Desmosedici GP11 ein komplett neues Motorrad. Nach seinen ersten Runden fiel ihm auf, dass sich die Ducati wie ein Prototyp anfühlt, der speziell für die MotoGP gebaut wurde. Im Gegensatz dazu verwandeln die Japaner ein Standardmotorrad in eine Rennmaschine.

Stoner kennt beide Herangehensweisen. Bereits im Jahr 2006 war der 26-Jährige auf einer Kunden-Honda unterwegs, bevor er sich in den Sattel der Ducati schwang. "Als ich Honda damals verlassen habe, hatte ich ein stärkeres Gefühl. Dann habe ich mich gefragt, was ich getan habe. Als ich die Ducati zum ersten Mal gefahren bin, war mir nicht bewusst, dass es das richtige Motorrad war. Ich konnte das Gefühl der Maschine nicht glauben", wird Stoner von 'Motorcycle News' zitiert.

"Man fühlt die Vibrationen und die Gangwechsel sind sehr aggressiv. Das Motorrad funktioniert aber. Es war ein komisches Gefühl, aber nach vier Jahren gewöhnt man sich an das Motorrad und alles wird normal." Die Honda RC212V ist dagegen ein komplett anderes Motorrad. "Als ich zurück bei Honda war, fühlte sich alles viel weicher an. Es ist komplett anders. Man kann die beiden Motorräder nicht vergleichen, denn der Unterschied ist extrem."

Stoner ist also künftig auf einem leichter zu fahrenden Motorrad unterwegs, während Rossi von der komfortablen Yamaha mit ihrem guten Fahrverhalten auf eine schwierig zu fahrende Maschine gestiegen ist. In den letzten Jahren konnte nur Stoner mit der Desmosedici Erfolge feiern. Insgesamt 23 Rennen hat er seit 2007 gewonnen und ist damit der erfolgreichste Fahrer der 800er-Ära. Seine Ducati-Teamkollegen Loris Capirossi, Marco Melandri und Nicky Hayden konnten nie an diese Erfolge anknüpfen.

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