vergrößernverkleinern
Casey Stoner und das Honda-Werksteam sind in Sepang das Maß aller Dinge © Honda

Am zweiten Tag der MotoGP-Testfahrten in Sepang fährt das Honda-Werksteam in seiner eigenen Liga - Erneute Bestzeit für Casey Stoner - Valentino Rossi krank

Tag zwei der MotoGP-Testfahrten auf dem Sepang International Circuit - Casey Stoner und das Honda-Werksteam haben erneut das Geschehen dominiert. Am Mittwoch fiel das Ergebnis sogar noch krasser aus als am Dienstag, denn diesmal belegten die drei HRC-Werkspiloten Stoner, Dani Pedrosa und Andrea Dovizioso gleich die ersten drei Plätze im Tagesklassement. Dem viertplatzierten Ben Spies fehlten auf dessen schnellster Runde knapp drei Zehntelsekunden auf Dovizioso, zur Spitze waren es sogar über sechs Zehntelsekunden.

Bei ähnlichen Witterungsbedingungen wie gestern eröffneten Karel Abraham und Colin Edwards um Punkt 10 Uhr Ortszeit den zweiten Testtag in Malaysia. Innerhalb der ersten 20 Minuten befanden sich bereits alle Fahrer auf der Strecke - lediglich Valentino Rossi fehlte. Der Ducati-Pilot klagte über Halsschmerzen und weitere Erkältungssymptome. Nach einem kurzen Check im Streckenhospital kehrte Rossi bereits gegen 11 Uhr wieder ins Hotel zurück, um sich auszukurieren.

Die meisten Piloten fuhren ihre besten Rundenzeiten schon am Vormittag, als die Asphalttemperaturen noch deutlich unter der 60-Grad-Marke lagen, die schließlich im Laufe des Nachmittags geknackt wurde. Pedrosa zauberte seine persönliche Tagesbestzeit bereits in der vierten von insgesamt 41 Runden auf die Piste. Die Zeit von 2:00.229 Minuten bedeutete zugleich eine Verbesserung von Rossis altem Streckenrekord aus dem Jahr 2009 um beinahe drei Zehntelsekunden.

Im weiteren Verlauf des Tages spulten die Teams weitestgehend ihr zuvor festgelegtes Testprogramm ab, ohne es dabei auf einzelne schnelle Runden abgesehen zu haben. Vor der Mittagspause sorgte Marco Simoncelli für den ersten kleineren Zwischenfall, als er sich mit leerem Tank gerade noch in die Boxenstraße retten konnte.

Zwei Stürze kurz vor Schluss

Erst in der letzten Stunde der Testsession wurde es etwas hektischer. Spies und Abraham kamen jeweils in Kurve sieben zu Sturz, beide Fahrer waren jeweils über das Vorderrad ihrer Maschinen weggerutscht. Zudem gingen mit Stoner, Hiroshi Aoyama und Hector Barbera noch drei Piloten auf Zeitenjagd, während sich der Großteil des Teilnehmerfeldes diesbezüglich zurückhielt.

In Stoners Fall sollte sich der finale Angriff auf Pedrosas Bestzeit auszahlen. Der Australier markierte in seiner 42. und letzten Runde mit 2:00.171 Minuten einen neuen Streckenrekord. Der Honda-Fahrer unterbot damit Pedrosa Bestmarke um 0,058 Sekunden und unterstrich damit einmal mehr seinen Führungsanspruch innerhalb der HRC-Mannschaft.

Nur Yamaha kann mit Honda mithalten

Weltmeister Jorge Lorenzo war als Fünfter (2:00.931) am Mittwoch minimal langsamer als sein Teamkollege Spies. Lorenzo drehte seine persönliche Bestzeit ebenso wie Pedrosa, Dovizioso, Spies, Edwards und Nicky Hayden bereits in seinem ersten Run am Mittwochvormittag. Apropos Hayden: Der US-Amerikaner musste die Farben des Ducati-Werksteams wegen Rossis Ausfall alleine vertreten und tat sich dabei sichtlich schwer. Mehr als zwei Sekunden fehlten ihm auf die Spitze (2:02.208).

Am fünften Testtag dieses Jahres trat das neue Kräfteverhältnis in der MotoGP erneut deutlich zu Tage. Hinter dem derzeit klar dominierenden Honda-Werks-Trio platziert sich das Yamaha-Werksteam mit Lorenzo und Spies. Als dritte Kraft scheint sich Gresini-Honda etablieren zu können, wobei Simoncelli bekanntermaßen ebenfalls HRC-Werksmaterial erhält und Aoyama seit jeher von Honda besonders protegiert wird.

Fünf Honda-Fahrer auf den ersten sieben Plätzen zeigen deutlich: die Honda RC212V des Jahrgangs 2011 ist derzeit das Maß aller Dinge. Lediglich Yamaha kann phasenweise mithalten, während Ducati weder mit seinen Werks- noch mit seinen Kundenpiloten um Bestzeiten kämpfen kann. Besonders das bislang schwache Abschneiden der beiden Routiniers des Pramac-Teams - Randy de Puniet (14./2:02.604) und Loris Capirossi (15./2:02.624) - überrascht ein wenig angesichts des großen Erfahrungsschatzes, den beide Fahrer zweifelllos aufweisen.

Die komplette Zeitenliste des Mittwochs finden Sie hier in Kürze.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel