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Honda-Pilot Casey Stoner holte die letzte Bestzeit der Wintertestfahrten © Repsol

Zum Abschluss der Wintertestfahrten zeigten Casey Stoner und Dani Pedrosa die starke Honda-Form - Ducati-Pilot Valentino Rossi abgeschlagen 13.

Am letzten Testtag der MotoGP vor dem Saisonauftakt am kommenden Wochenende herrschten schwierige Bedingungen. In Katar, dem Schauplatz des ersten Rennens, hatten die Piloten fünf Stunden Zeit, um letzte Details an den Maschinen auszusortieren. Erschwert wurde das durch den starken Wind, der immer wieder Sand auf die Strecke wehte. Bereits über Nacht hatte der Sand die Piste stark verschmutzt. Zu Beginn der Testeinheit flaute der Wind etwas ab, gegen Abend wurde es dann wieder stürmischer.

Zudem sanken die Temperaturen im Vergleich zum Vortag erheblich. Bei milden 20 Grad Asphalttemperatur drehten die Asse ihre Runden. Zu Beginn dauerte es auch, bis die Fahrer auf die Strecke gingen. Trotzdem herrschte am Ende Klarheit darüber, wer die Favoritenrolle innehat.

Honda hat alle Wintertestfahrten dominiert und war auch am letzten Tag nicht zu schlagen. Casey Stoner experimentierte weiter an der Sitzposition und passte die RC212V auf den harten Hinterreifen an. Mit einer Runde in 1:55.681 Minuten distanzierte der Australier seinen Teamkollegen Dani Pedrosa um 64 Hundertstelsekunden. Der Spanier arbeitete an der Abstimmung mit Blick auf das Wochenende. Stoner und Pedrosa waren die einzigen Piloten unter der Marke von 1:56 Minuten.

Yamaha-Pilot Ben Spies klassierte sich als Dritter, hatte jedoch bereits 0,613 Sekunden Rückstand. Ob die Weltmeistermannschaft wirklich dem japanischen Rivalen näher gekommen ist, wird sich spätestens am Rennwochenende zeigen. Spies experimentierte an der Geometrie seiner M1, um mehr Grip zu finden.

Hinter dem Texaner reihten sich weitere Honda-Prototypen ein. Marco Simoncelli konnte am Sonntag nicht das Tempo der Spitze gehen und lag hinter seinem Gresini-Teamkollegen Hiroshi Aoyama, der heute Zehnter wurde, zurück. Zum Abschluss der Testfahrten setzte sich der Italiener mit dem vierten Platz wieder gut in Szene.

Die dritte Honda-Werksmaschine landete auf dem fünften Platz. Andrea Dovizioso konnte bereits am Vortag nicht den Speed seiner Teamkollegen halten. Der Italiener feilte an der Elektronik, um den Hinterreifen in den langgezogenen Kurven besser kontrollieren zu können. Er hatte bereits 0,7 Sekunden Rückstand auf die Spitze.

Ducati spielte auch am letzten Testtag keine Rolle an der Spitze. Aber nicht das Werksteam, sondern Randy de Puniet auf der Kunden-Ducati war der schnellste Pilot mit italienischem Material. Für die neue Saison wechselte der Franzose von Honda auf Ducati, die als schwieriger zu fahren gilt. Der Umstieg ist dem 30-Jährigen geglückt, wie Platz sechs zeigt.

Weltmeister Jorge Lorenzo hatte als Siebter bereits eine Sekunde Rückstand. Der Spanier feilte unermüdlich an Details seiner Yamaha M1. Die begonnene Arbeit vom Vortag wurde fortgesetzt. Hauptaugenmerk lag auf den Einstellungen der Hinterradschwinge und der Elektronik, um die Beschleunigung in den ersten drei Gängen zu verbessern.

Tech-3-Pilot Colin Edwards hatte ebenfalls noch viel zu tun. Sein Team feilte am Motorenmanagement und an den Aufhängungen der Kunden-Yamaha. Außerdem wurden Reifen getestet. Nach 57 Runden war der Texaner um 0,010 Sekunden schneller als Nicky Hayden auf der Werks-Ducati. Mit 68 Runden war der Weltmeister von 2006 der fleißigste Pilot. Gresini-Neuzugang Aoyama komplettierte die Top 10.

Valentino Rossi hatte auch am letzten Testtag seine Probleme. Gegen Halbzeit des Testtages musste der Italiener seine Ducati mit technischen Problemen an der Box abstellen. Insgesamt schaffte der Superstar 50 Runden, doch die Zeit war nicht überragend. Mit einer persönlichen Bestzeit von 1:58.988 Minuten hatte Rossi 1,3 Sekunden Rückstand und landete auf dem 13. Platz.

Vor dem Ausnahmekönner klassierten sich Hector Barbera (Ducati) und Alvaro Bautista auf der einzigen Suzuki im Starterfeld. Beide Spanier kamen im Laufe des Tages zu Sturz. Hinter Rossi waren am Ende des Feldes die üblichen Verdächtigen zu finden. Routinier Loris Capirossi (Ducati) konnte als 14. nicht das Tempo seines Teamkollegen de Puniet fahren.

Einen schlechten Tag erwischte Cal Crutchlow. Der Rookie stürzte in Kurve zehn schwer und zog sich eine schmerzhafte Verletzung zu. Die Haut und der Nagel wurden am kleinen Finger der linken Hand abgeschliffen. Somit war nach 28 Runden Feierabend für den Tech-3-Piloten. Auf den letzten beiden Plätzen landeten Neuling Karel Abraham (Ducati) und Moto2-Weltmeister Toni Elias (Honda).

Damit sind die Wintertestfahrten der MotoGP abgeschlossen. Am kommenden Donnerstag finden die ersten Trainings für den Saisonauftakt in Katar statt.

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