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Der Schweizer Tom Lüthi steht vor dem Aufstieg in die MotoGP © Honda

Daniel M. Epp arbeitet derzeit an einem MotoGP-Projekt für die Saison 2012 - Einen Startplatz hat er schon zugesagt bekommen, der Fahrer soll Tom Lüthi sein

Die Planungen für die Saison 2012 sind bereits angelaufen. So wird Tom Lüthi in die MotoGP aufsteigen, wenn nichts mehr dazwischen kommt. Sein Manager Daniel M. Epp hat bereits im vergangenen Jahr eine Maschine mit Hiroshi Aoyama in der Königsklasse an den Start gebracht. Nachdem Interwetten als Sponsor ausstieg, musste das Projekt beendet werden.

Im Hintergrund bastelt Epp weiterhin an seinem MotoGP-Team. Beim Rennen in Spanien hat er bestätigt, dass er einen fixen Startplatz für 2012 bekommen hat. "Ich habe von der Dorna einen Platz in der MotoGP-Klasse garantiert erhalten. Läuft alles nach Plan, dann heißt der Fahrer Tom Lüthi", wird der Manager von der 'Basler Zeitung' zitiert. Das Projekt ist für eine Laufzeit von drei Jahren geplant. Der Aufstieg des Hoffnungsträgers aus der Schweiz hätte bereits 2010 erfolgen sollen.

Damals wurde das Projekt nach dem Grand Prix in Assen eingestellt. "Tom und ich fällten damals gemeinsam die Entscheidung, das Unternehmen zurückzustellen", so Epp. Lüthi pflichtet im Rückblick bei: "Die schlechte Phase kam damals nicht, weil die MotoGP ein Thema war. Es gab damals viele Gründe die dagegen sprachen. Ganz klar war ich damals auch noch nicht bereit. Nun präsentiert sich die Situation aber ganz anders. Ich habe in den zwei Jahren viel gelernt."

In der Tat hat sich Lüthi in seiner ersten Moto2-Saison stark präsentiert und gute Ergebnisse eingefahren. Mehrmals verpasste der 24-Jährige den Sieg nur knapp. 2011 ist der Schweizer mit zwei Podestplätzen gestartet und war konstant schnell unterwegs. "Dass ich in die MotoGP will, habe ich nie verheimlicht. Ob das früher oder später geschieht, ist mir egal."

"Mein Fokus gilt ganz der näheren Zukunft, also dem nächsten Rennen in Estoril. Nach zwei Podesträngen in den zwei ersten Saisonrennen befinde ich mich auf einem guten Weg." Nach dem Interwetten-Ausstieg aus dem MotoGP-Projekt blieb die Firma Lüthi in der Moto2 treu. Die Saison ist voll finanziert.

Finanziell ist die höchste Klasse anspruchsvoller. Wie das Beispiel Interwetten gezeigt hat, war Epp von einem einzigen Sponsor abhängig. Das will er künftig vermeiden. Deshalb wurde ein Business-Club mit Sitz in Zürich gegründet. Diese soll ungefähr die Hälfte des Budgets beisteuern. Epp konnte bereits mehrere Personen finden, die zwischen 10.000 und 25.000 Franken (umgerechnet rund 7.600 bzw. 19.000 Euro) beisteuern wollen.

Sollte der Plan aufgehen, so würde die Paddock-Club GmbH pro Jahr bis zu drei Millionen Franken (umgerechnet rund 2,2 Millionen Euro) generieren. Damit wäre man nicht von einem einzigen Hauptsponsor abhängig. Kommen zu dieser Summe noch Geldgeber hinzu, wäre das Projekt voll finanziert. Eine solide finanzielle Basis ist wichtig, denn ob Lüthi sofort im Spitzenfeld mitkämpfen kann, ist fraglich. Wenn ein Fahrer nur im hinteren Teil des Feldes kämpft, ist die Medienaufmerksamkeit natürlich geringer.

Mit welchem Motorrad die Königsklasse in Angriff genommen wird, steht noch nicht fest. Honda wäre die erste Wahl, denn Epp hat in der Motorrad-WM fast immer mit den Japanern zusammengearbeitet. 2012 kommen neue Regeln. Zum einen bauen die Hersteller neue Motorräder um 1.000er- Motoren.

Außerdem werden Claiming-Rule-Teams zugelassen, die mit getunten Superbike-Motoren antreten dürfen. Sie bekommen auch mehr Freiheiten vom Reglement. Der Fahrwerkskonstrukteur Eskil Suter hat bereits ein MotoGP-Fahrwerk um einen BMW S1000RR-Motor für Testzwecke gebaut. Bekanntlich ist Lüthi in diesem Jahr mit einem Moto2-Fahrwerk von Suter unterwegs. Die Frage des Motorrades ist derzeit aber noch komplett offen.

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