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Das Starterfeld der MotoGP könnte schon 2012 wieder über 20 Bikes beinhalten © Repsol

Bis zum 29. April müssen sämtliche Teams, die ab 2012 in der MotoGP starten möchten, ihr Interesse angemeldet haben - Der Bewerbungs-Fahrplan

Anfang Juni wird klar sein, welche Hersteller und Teams in der kommenden Saison an der MotoGP-Weltmeisterschaft teilnehmen werden. Ab 2012 wird in der "Königsklasse" wieder mit größeren Motoren gefahren - 1.000 statt 800 cm³. MotoGP-Vermarkter Dorna erhofft sich dadurch, bekannte Hersteller wie BMW und Aprilia, die sich derzeit werksseitig in der Superbike-WM engagieren, für die MotoGP begeistern zu können.

Spätestens seit dem Ausstieg Kawasakis Ende 2008 leidet das Teilnehmerfeld der MotoGP unter einem Mangel an konkurrenzfähigen Motorrädern, seit zwei Jahren sind lediglich 17 Piloten fest eingeschrieben. Das einst ruhmreiche Suzuki-Werksteam schickt in dieser Saison sogar nur einen Fahrer auf die Grand-Prix-Kurse. Die Dorna möchte diesem Teilnehmerschwund entgegensteuern, träumt von einem Starterfeld von 22 bis 24 Piloten.

Am kommenden Rennwochenende in Estoril werden die MotoGP-Verantwortlichen zumindest eine Ahnung davon haben, ob ihre Rechnung aufgehen wird. Bis zum 29. April müssen sämtliche Teams, die an einer Teilnahme ab 2012 oder später interessiert sind, ihre Bewerbungsunterlagen eingereicht haben.

Alle Bewerber, denen ein MotoGP-Einstieg grundsätzlich zugetraut wird, erhalten im Gegenzug einen Fragenkatalog, den sie bis zum 13. Mai beantwortet müssen. Diese Antworten werden im Laufe des Le-Mans-Wochenendes durchgesehen und bewertet. Im Anschluss daran möchte die Dorna eine vorläufige Teilnehmerliste für 2012 veröffentlichen.

In den darauf folgenden drei Wochen bis zum Rennwochenende in Barcelona wird es dann für sämtliche Interessenten ernst - denn bis zum 3. Juni müssen die Bewerber eine Kaution bei der Teamvereinigung IRTA hinterlegen. Am Rande des Grand Prix' von Katalonien soll dann die finale Starterliste von 2012 bekannt gegeben werden.

Es spricht derzeit viel dafür, dass das Teilnehmerfeld in der kommenden Saison größer sein wird als in diesem Jahr. Suzuki hat bislang stets beteuert, dass 2011 nur ein Übergangsjahr sei und man bei der Wiedereinführung der 1.000er-Motoren mit mindestens zwei Bikes in der MotoGP vertreten sein werde. Die Privatteams Tech 3 und LCR haben bereits signalisiert, auch künftig Maschinen von Yamaha beziehungsweise Honda leasen zu wollen.

Ob die Motorsport-Ambitionen der britischen Traditionsmarke Norton schon im kommenden Jahr in einen MotoGP-Einstieg münden werden, ist dagegen fraglich. Bis zum ersten Rennen der Saison bleibt schließlich weniger als ein Jahr. Hersteller wie Honda, Ducati und Yamaha befinden sich längst mitten in der Entwicklung ihrer neuen Prototypen. Norton-Boss Stuart Garner soll sich aber immerhin schon mehrmals mit Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta über die Konditionen einer Teilnahme an der MotoGP unterhalten haben.

Wesentlich wahrscheinlicher erscheint dagegen ein Einstieg des Chassis-Herstellers Suter. Die Schweizer haben bereits ein Chassis gebaut, das von einem an das kommende MotoGP-Reglement angepassten BMW-Motor angetrieben wird. Getestet wird diese Konstruktion vom Marc-VDS-Team mit Moto2-Fahrer Scott Redding.

Auch Moto2-Teamchef Daniel Epp, der gemeinsam mit seinem Schützling Tom Lüthi ebenfalls einen Aufstieg in die MotoGP anstrebt, gilt als heißer Kandidat für eine Suter-BMW. Epp und Lüthi setzen wie Marc-VDS bereits in dieser Saison in der Moto2 auf ein Suter-Chassis, nachdem sie 2010 noch mit einer Moriwaki gestartet waren.

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