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Gute Stimmung: Auf dem Sachsenring sind die Tribünen traditionell ausverkauft © Honda

Der ADAC möchte den Grand Prix auf dem Sachsenring unbedingt erhalten, hofft aber auf ein Entgegenkommen des MotoGP-Vermarkters Dorna

Der ADAC arbeitet nach wie vor an einer Lösung, um den Grand Prix von Deutschland auch in den kommenden Jahren auf dem Sachsenring austragen zu können. Wie ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk gegenüber 'Motorsport-Total.com' bestätigt, läuft der aktuelle Fünfjahresvertrag zwischen dem MotoGP-Vermarkter Dorna und dem ADAC, der den Motorrad-Grand-Prix auf dem Sachsenring ausrichtet, in diesem Jahr aus.

Auf einen neuen Vertrag haben sich die beiden Parteien bislang nicht einigen können. Angeblich fordert die Dorna eine Verdopplung der Lizenzgebühren - anstatt zwei Millionen Euro soll der ADAC künftig vier Millionen Euro pro Jahr für Ausrichtung des Grand Prix an die spanische Rechtefirma zahlen.

Lars Soutschka, Pressesprecher der ADAC-Motorsportabteilung, möchte diese Zahlen jedoch nicht bestätigen: "Dass jedoch eine höhere Gebühr verlangt wird, ist bekannt. Man muss jetzt alle Möglichkeiten prüfen." Tomczyk, der die Verhandlungen im Namen des ADAC mit der Dorna führt, hat die Hoffnung auf eine Einigung aber noch nicht aufgegeben. "Ich persönlich hoffe, dass wir eine Lösung finden, bin mir aber nicht sicher, ob die Dorna von ihren für uns nicht erfüllbaren finanziellen Forderungen abweicht", sagt der ADAC Sportpräsident.

"Aber eine Erhöhung der Ticketpreise stellt für uns keine Option dar, das wollen wir unseren treuen Fans nicht zumuten. Beispielsweise haben wir auch von 2010 zu 2011 nicht erhöht", stellt Soutschka klar. Eine Verlegung des Rennens auf eine andere deutsche Rennstrecke ist derzeit ebenfalls kein Thema. "Im Moment geht es nur um den Sachsenring. Wir haben dort den Kultstatus. Der ADAC und ich haben den Großen Preis mit Herzblut zum Sachsenring gebracht", sagt Tomczyk.

Sachsenring hat längst Kultstatus

Dorna-Boss Carmelo Ezpeleta hat bereits angedeutet, dass er von einer Vertragsverlängerung mit dem Sachsenring ausgeht. Schließlich ist das Rennen in Hohenstein-Ernstthal seit Jahren eines der beliebtesten im MotoGP-Kalender. "Der Motorrad-Grand-Prix auf dem Sachsenring ist nicht nur unter den Zweirad-Fans seit langem Kult, wie die enorm hohen Zuschauerzahlen der vergangenen Jahre deutlich zeigen", sagt Soutschka.

"Mit über 220.000 Zuschauern am Veranstaltungswochenende gehört der deutsche Motorrad-Weltmeisterschaftslauf zu den publikumsträchtigsten Sportevents in Deutschland und den erfolgreichsten Motorrad-Rennen weltweit", fährt der ADAC-Sprecher fort.

Entscheidung bis zum 17. Juli

MZ-Pilot Max Neukirchner, der rund 15 Kilometer vom Sachsenring entfernt wohnt, stimmt Soutschka zu: "Die Rennen auf dem Sachsenring gehörten schon immer zu den absoluten Highlights. Die Veranstaltung ist in der Region fest verankert, nirgendwo sonst gibt es eine so große Fangemeinde. Egal bei welchem Wetter, die Fans kommen immer an die Strecke."

Neukirchner, der auf dem Sachsenring 2003 als Wildcard-Fahrer 15. in der 250er-Klasse wurde, hofft inständig, dass der Motorrad-Grand-Prix auch weiterhin auf seiner Heimstrecke ausgetragen wird. "Was das Flair angeht, gibt es keine Alternative, einfach nichts vergleichbares." Bis zum diesjährigen Grand Prix am 17. Juli möchte der ADAC mit der Dorna zu einem Verhandlungsergebnis gekommen sein.

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