vergrößernverkleinern
Der neue Silverstone Wing ist das neue Herzstück der Rennstrecke © J. Ebrey/Silverstone

Ex-Rennfahrer Randy Mamola findet Gefallen an der neuen Streckenführung und den neuen Gebäuden in Silverstone - Tradition und Moderne wurden miteinander verknüpft

Bereits im vergangenen Jahr wurde in Silverstone auf einer veränderten Streckenführung gefahren. In dieser Saison wird sich der britische Traditionskurs mit einem weiteren neuen Bild präsentieren. Die neue Boxenanlage, genannt "Silverstone Wing", ist fertig. Auch die Start- und Zielgerade wurde verlegt. Die Betreiber haben sich die Kritik aus dem Formel-1-Umfeld zu Herzen genommen und die komplette Anlage für das neue Jahrzehnt modernisiert.

Randy Mamola hat in den Jahren 1980 und 1984 den britischen Grand Prix in Silverstone gewonnen. Danach übersiedelte das Rennen nach Donington. Seit dem Vorjahr wird wieder im "Home of british Motorracing" gefahren. Die Strecke hat sich seit Mamolas Zeiten stark verändert. Trotzdem findet der US-Amerikaner die neuen Umbauten gelungen. "Ich kann mich erinnern, dass ich in den späten Siebzigern und frühen Achtzigern in Silverstone gegen Barry Sheene und diese Jungs gefahren bin."

"In dieser Ära sind wir auch auf anderen legendären Strecken, wie Spa-Francorchamps, Monza, Hockenheim, Paul Ricard und Imola gefahren", wird Mamola von 'Crash.net' zitiert. "Die Kurve in der Ayrton Senna sein Leben verloren hat, sind wir im fünften Gang voll durchfahren. Als unsere Motorräder schneller geworden sind, wurden diese Strecken aus dem Kalender geworfen, oder sie wurden für die Formel 1 mit Schikanen versehen. Dadurch wurden sie langsamer und haben ihren Charakter etwas verloren."

"Silverstone ist wieder zurück im MotoGP-Kalender. Es gibt immer noch den Charakter der schnellen und flüssigen Kurven. Ich würde sagen, dass das neue Layout den alten Charakter hat, aber sogar noch besser ist. Es gibt die historischen Kurven und einige neu gebaute. Dazu den 'Wing'. Silverstone war immer schon eine tolle Strecke, aber die Einrichtungen darum herum waren nicht modern."

"Für Bernie (Ecclestone; Anm. d. Red.) und seine Formel-1-Jungs haben sie neue Zufahrtsstraßen gebaut und die Infrastruktur erneuert. Nun gibt es die neuen Boxen. Genau das fehlt auf anderen Traditionsstrecken, wie zum Beispiel in Laguna Seca, noch." Um historische Rennstrecken zu modernisieren, muss viel Geld in die Hand genommen werden. Neue Kurse, wie in China, Südkorea oder in Austin, haben zwar genug Geld zur Verfügung, doch es fehlt oft der spezifische Charakter.

"Es ist schwierig zu sagen, was man mehr braucht - einen legendären Kurs oder legendäre Fahrer, die gegeneinander antreten", findet Mamola. "Auf den Zeichnungen und Plänen sieht die neue Strecke in Texas toll aus, aber es braucht Tradition. Das baut man nicht über Nacht auf. Als wir zum ersten Mal zur Strecke in China gekommen sind, haben wir gewartet, dass ein Raumschiff landet. So modern war alles! Aber China ist China geblieben, während Silverstone zurück ist und die Formel 1 und die MotoGP zu Gast hat."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel