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Marco Simoncelli war von seiner Pole sogar selbst etwas überrascht © Honda

Marco Simoncelli antwortet seinen Kritikern, indem er in Barcelona auf Startplatz eins fährt - Casey Stoner ist mit seinem Qualifying-Speed unzufrieden

Für Marco Simoncelli ist ein Traum wahr geworden, für viele Fans von Dani Pedrosa ist es ein Schlag ins Gesicht: Der Gresini-Pilot, der beim vergangenen Rennen in Le Mans mit Pedrosa kollidiert war, sicherte sich in Barcelona die erste Pole-Position seiner MotoGP-Karriere. Pedrosa liegt dagegen mit einem gebrochenen Schlüsselbein zu Hause und verpasst sein Heimrennen in Katalonien.

"Das ist die beste Art und Weise, den Zwischenfall aus Le Mans und die ganze Polemik der letzten Zeit vergessen zu machen", sagte Simoncelli nach dem Qualifying. Der Italiener sieht sich bereits seit Wochen Anfeindungen vieler spanischer Fans und Medien ausgesetzt und wurde auf seiner Ehrenrunde am Samstagnachmittag von tausenden Zuschauern ausgebuht und ausgepfiffen.

"Mit der Pole-Position habe ich nicht gerechnet, denn Stoner war das ganze Wochenende so schnell", erklärte Simoncelli. "Als ich mich dann auf Platz eins gesehen habe, war ich fast etwas erschrocken. Auf meiner letzten Runde war ich dann deutlich über dem Limit und wäre beinahe gestürzt."

Zunächst hatte nicht viel auf eine derartige Überraschung des Italieners hingedeutet. "Im ersten Teil des Qualifyings hatten wir Probleme mit dem Setup, aber gegen Ende haben wir eine gute Abstimmung gefunden", erklärte der Honda-Fahrer. "Ich bin sehr glücklich und zuversichtlich für morgen, auch wenn es ein sehr schwieriges Rennen wird. Casey und Jorge sind im Renntrimm sehr schnell, aber ich werde trotzdem mein Bestes geben."

Stoner unzufrieden

Casey Stoner war mit dem zweiten Startplatz hingegen nicht zufrieden. "Ich bin mit dem Qualifying sehr enttäuscht, denn wir hatten eine gute Pace und hätten auf frischen Reifen viel schneller sein müssen. Im Prinzip sind wir unsere schnellste Runde auf harten Reifen gefahren. Ich bin enttäuscht, denn wir haben gewusst, dass wir mit einer kleinen Veränderung in Kombination mit den weichen Reifen schneller gewesen wären. Wir haben aber bloß den Reifendruck geändert", erklärte der Australier.

"Gestern war es nicht einfach, eine richtige Rennabstimmung herauszufahren, denn die Bedingungen waren gemischt", fuhr Stoner fort. "Wir hatten nie die Zeit, um das Setup gescheit einzustellen. Das Training heute Morgen war recht wertvoll, denn die Verhältnisse waren nicht so schlecht, weil recht warm."

Lorenzo will kämpfen

"Auf gebrauchten Reifen fühle ich mich auf dem Motorrad recht wohl, aber auf neuen, weichen Reifen hatte ich gar keinen Seitengrip", klagte der Honda-Werksfahrer. "Wir haben einfach keine Temperatur in die Reifen bekommen. Aber wir wissen, dass wir im Rennen genauso schnell sein können wie im Qualifying, insofern sind wir recht zuversichtlich."

Dem WM-Führenden Jorge Lorenzo blieb am Samstag nur eine Nebenrolle. "Heute Morgen hatte ich das Gefühl, sehr nah an Casey zu sein", sagte der Weltmeister. "Ich hatte gehofft, mich am Nachmittag noch mehr zu verbessern, aber schon zu Beginn der Session habe ich gemerkt, dass ich nicht das selbe Gefühl hatte wir am Morgen. Ich habe am Ende alles gegeben, um es in die erste Reihe zu schaffen, denn die anderen Fahrer waren so schnell. Das haben wir geschafft und ich bin mit dem dritten Platz zufrieden. Ich bin bereit, im Rennen morgen zu kämpfen."

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