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Hinter Sieger Casey Stoner folgte in Silverstone lange Zeit kein Gegner © Honda

Honda-Pilot Casey Stoner hat das Regenrennen in Silverstone gewonnen, während Weltmeister Jorge Lorenzo stürzt - Colin Edwards Dritter

Der Grand Prix von Großbritannien in Silverstone fand unter nassen, kühlen und widrigen Bedingungen statt. Weltmeister Jorge Lorenzo (Yamaha) stürzte und warf seine WM-Führung weg. Auch Marco Simoncelli (Gresini-Honda) und Ben Spies (Yamaha) machten Bekanntschaft mit dem britischen Asphalt. Honda-Pilot Casey Stoner fuhr dagegen ein perfektes Rennen und feierte seinen vierten Saisonsieg. Andrea Dovizioso sorgte für einen Honda-Doppelerfolg. Überraschungsmann war Colin Edwards (Tech-3-Yamaha), der eine Woche nach seinem Schlüsselbeinbruch Dritter wurde.

Lorenzo kam perfekt von der rutschigen Startlinie weg und bog als Führender in die erste Kurve. Stoner folgte als Zweiter, wurde jedoch im Verlaufe der ersten Runde von Dovizioso überholt. Simoncelli folgte als Vierter. Am Ende der ersten Runde übernahm das Repsol-Honda-Duo die Führung. Valentino Rossi (Ducati) beendete den ersten Umlauf als Zwölfter. Lorenzo fiel noch hinter Simoncelli auf Platz vier zurück.

In der zweiten Runde übernahm Stoner die Spitze und fuhr Dovizioso sofort auf und davon. Das Feld zog sich rasch auseinander. Lorenzo konnte den Anschluss an das Honda-Trio nicht halten und fuhr sicher auf dem vierten Platz. Sein Teamkollege Spies fuhr wenige Sekunden dahinter einsam an der fünften Stelle. Währenddessen kämpfte Rossi gegen Hiroshi Aoyama (Gresini-Honda) um die elfte Position.

In der vierten Runde verbremste sich Simoncelli in der ersten Kurve und wäre fast abgeflogen. Die asphaltierte Auslaufzone rettete den Italiener, der sich hinter Lorenzo als Vierter wieder einreihte. Mit Fortdauer des Rennens schob sich der Viererpulk wieder zusammen. Stoner konnte zunächst nicht auf und davon fahren. Lorenzo und Simoncelli schlossen mit schnellen Runden auf Dovizioso auf.

Ausfälle von Simoncelli und Yamaha-Duo

Innerhalb einer Runde ging bei Yamaha alles schief. Spies stürzte im achten Umlauf und zerstörte seine M1. Kurz darauf flog Lorenzo in der ersten Kurve ab. Enttäuscht stapfte der Spanier durch das Kiesbett. Zuvor hatte er sich ein Duell mit Dovizioso um Platz zwei geliefert, weshalb Stoner an der Spitze einen Vorsprung herausfahren konnte. Somit kämpften die beiden Italiener Dovizioso und Simoncelli um den zweiten Platz.

Auch dieses Duell wurde durch einen Sturz entschieden. Simoncelli rutschte in der ersten Kurve auf einer Pfütze aus und lag auf der Nase. Auf seinen ersten Podestplatz muss der Italiener weiterhin warten. Durch die Ausfälle der beiden Yamahas und Simoncelli rückte Edwards auf den dritten Platz nach vor. Erst vor einer Woche hat sich der Tech-3-Pilot das rechte Schlüsselbein bei einem Sturz in Barcelona gebrochen.

Mit einer Titanplatte und 13 Schrauben wurde der Knochen fixiert. Größere Probleme bereiteten ihm aber seine Rippen, die er sich bei dem Sturz angeschlagen hatte. Acht Tage nach der Operation lag der "Texas Tornado" Podiumskurs. Ducati-Pilot Hayden nahm in der Anfangphase einmal den Notausgang und fuhr dann ein sicheres Rennen. Durch die Ausfälle wurde der US-Amerikaner auf Platz vier nach vorne gespült.

An der Spitze ließ Stoner nichts anbrennen. Sicher fuhr der Australier auf der regennassen Fahrbahn und feierte im sechsten Saisonrennen seinen vierten Sieg. Damit hat der Weltmeister von 2006 auch die WM-Führung von Lorenzo übernommen. Der Spanier liegt nun 18 Punkte hinter dem Honda-Piloten. Dovizioso hatte keine Chance gegen seinen Teamkollegen und kam mit 15 Sekunden Rückstand als Zweiter ins Ziel. Damit wiederholte er sein Ergebnis aus dem Vorjahr.

Edwards kämpfte sich tapfer über die Distanz und kletterte nach den Mühen der vergangenen Woche als Dritter auf das Podium. Zum ersten Mal seit Donington 2009 verspritzte der Routinier Champagner und ließ sich von den britischen Fans feiern. Damals war es übrigens auch ein Regenrennen. Sein Tech-3-Teamkollege Cal Crutchlow konnte nach seinem Schlüsselbeinbruch vom Samstag nicht am Rennen teilnehmen.

Rossi eine Minute zurück

Hayden fuhr den vierten Platz sicher ins Ziel. Suzuki-Pilot Alvaro Bautista zeigte ein starkes Rennen und sah die karierte Flagge als Fünfter. Das war das beste Ergebnis für den Spanier in diesem Jahr. Rossi kämpfte sich auf den sechsten Platz nach vorne. Sein Rückstand auf Sieger Stoner betrug über eine Minute. Rookie Karel Abraham (Ducati) machte keine Fehler und wurde bei schwierigen Bedingungen Siebter.

Moto2-Weltmeister Toni Elias (LCR-Honda) blieb ebenfalls auf seiner Maschine sitzen und sorgte mit Platz acht für ein gutes Resultat in seiner bislang schwierigen Saison. Hinter dem Spanier kämpften Loris Capirossi (Pramac-Ducati) und Hiroshi Aoyama (Gresini-Honda) ein enges Duell bis zur Ziellinie. Schlussendlich setzte sich der Japaner durch und belegte die neunte Position.

Weit abgeschlagen kämpften Hector Barbera und Randy de Puniet um den letzten Platz. Das Duo fuhr bis zu sechs Sekunden langsamer als Stoner und wurde von dem Australier auf der längsten Strecke im Kalender überrundet. Die rote Laterne leuchtete schließlich bei de Puniet. Mehr als zwölf Piloten kamen nicht ins Ziel.

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