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Valentino Rossi muss mit der Desmosedici anders arbeiten als bei Honda/Yamaha © Ducati

Valentino Rossi ist mit den Fortschritten der GP11.1 zufrieden - Die neue Ducati ist am Hinterrad gut, aber die Frontpartie muss noch verbessert werden

Ducati wirft alles in die Waagschale, um zurück auf die Siegerstraße zu kommen. Casey Stoner hat die italienische Marke unter anderem deshalb verlassen, weil zu wenig weiterentwickelt wurde. Mit Valentino Rossi ist das anders. Der neunfache Weltmeister muss gewinnen, denn Misserfolge werden Ducati in die Schuhe geschoben. In Assen kreuzte die Mannschaft mit einem neuen Motorrad auf. In das neue Chassis für 2012 wurde ein aktueller 800er-Motor eingebaut. Zudem gab es Modifikationen am Triebwerk und ein neues Getriebe.

Das verregnete Wochenende half nicht, um diese GP11.1 optimal abzustimmen. Am Samstag konnte ein Fortschritt erzielt werden und Rossi beendete das Rennen als Vierter. Der Rückstand auf Rennsieger Ben Spies (Yamaha) betrug allerdings eine halbe Minute. Wir sehen die Dinge positiv und sind für die kommenden Rennen optimistisch", zieht Rossi erste Bilanz. "Samstagvormittag haben wir eine andere Abstimmung probiert, die das Gefühl für das Heck verbessert hat."

"In den schnellen Kurven, speziell in der schnellen Links, war ich um 15 km/h schneller als am Freitag. Ich kann das Motorrad besser fahren. Von diesem Standpunkt her bin ich zufrieden. Es gibt aber noch viel zu tun. Wir müssen uns um viele Aspekte kümmern, weshalb wir den Erfolg nicht über Nacht erwarten können. Leider haben weder mein Team noch ich viel Erfahrung mit diesem Motorrad. Wir brauchen also immer mehr als wir zur Verfügung haben."

Ducati komplizierter als japanische Motorräder

Ducati verfügt im Gegensatz zu den japanischen Maschinen über ein Chassis aus Kohlefaser. Auch für Rossi ist das eine neue Erfahrung. "Wir müssen mit diesem Motorrad auf eine andere Art arbeiten, denn es ist kompliziert. Sie verlangt eine andere Herangehensweise. Wenn man eine Änderung vornehmen will, muss man gleich drei Dinge ändern. Das kommt bei japanischen Maschinen selten vor, weil sie über mehr Erfahrung verfügen. Es sind viele Ducati-Ingenieure in der Box, die unser Motorrad gut kennen und uns helfen können."

Es ist in dieser Saison aufgefallen, dass Rossi sehr gut startet. Bis zur ersten Kurve hat der 32-Jährige meistens mehrere Plätze gutgemacht. "Es ist wichtig, dass wir uns in der Qualifikation gut schlagen. Wäre ich in Assen aus der zweiten Reihe gestartet, dann hätte ich mit meinem guten Start direkt die Führung übernommen", schätzt Rossi. "Leider finden wir erst immer zu spät eine passende Abstimmung."

Grip am Vorderrad das Hauptproblem

Obwohl es das Resultat nicht zeigt, ist die GP11.1 ein Schritt vorwärts, wie der Italiener findet. "Ich bin zufrieden mit dem Heck des Motorrades. Wir müssen jetzt den Grip am Vorderrad verbessern, denn wir bringen den Vorderreifen nicht richtig auf Temperatur. Deshalb hat das Motorrad auf der Bremse und beim Einlenken nicht genug Grip. Das ist das Hauptproblem und das müssen wir so schnell wie möglich lösen."

Rossi hat nicht nur Technikguru Jeremy Burgess zu Ducati mitgebracht, sondern auch einige Mechaniker. Ist das ein Nachteil, denn sie haben keinerlei Erfahrung mit der Desmosedici? "Es hat Vor- und Nachteile, dass ich mein Team mitgebracht habe", sagt Rossi in Assen dazu. "Ich arbeite mit ihnen seit vielen Jahren zusammen und sie kennen mich sehr gut. Es gibt in der Garage aber andere Leute, die viel Wissen über die Ducati haben."

Simoncelli hatte Pech

Ein Gesprächsthema in Holland war der Sturz von Marco Simoncelli, der dabei auch Jorge Lorenzo mitriss. Rossi konnte den Vorfall aus der ersten Reihe beobachten und profitierte auch davon. "Es tut mir für Simoncelli leid, denn er ist stark und fährt oft auf die Pole", sagt der Italiener über seinen Landsmann. "Es endet für ihn immer schlecht. Dieses Mal hat er nichts Außergewöhnliches gemacht. Die linke Reifenflanke war zu kalt und er ist gestürzt. Ich habe gehört, dass auch Lorenzo gemeint hat, dass diese Dinge passieren können."

"Wir reden hier nicht über ein schmutziges Überholmanöver oder etwas in dieser Richtung. Wir haben alle das Resultat davon gesehen. Ich dachte eigentlich, dass Ben Spies gestürzt ist. Erst in der letzten Runde habe ich realisiert, dass ich falsch lag."

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