vergrößernverkleinern
Valentino Rossi hatte sich seine Ehe mit Ducati sicherlich einfacher vorgestellt © Ducati

Der vorletzte Startplatz auf dem Sachsenring ist ein Tiefpunkt für Ducati und Valentino Rossi - Nach dem Rennen will man entscheiden, wie es mit der GP11.1 weitergeht

Auf dem Sachsenring hat die italienische "Traumehe" zwischen Valentino Rossi und Ducati einen neuen Tiefpunkt erreicht. Der neunfache Weltmeister verlor in seiner besten Qualifikationsrunde 1,639 Sekunden auf die Pole-Position und wurde 16. von 17 Piloten. Alle Stammfahrer waren schneller als der Italiener. Sein langjähriger Technik-Guru Jeremy Burgess fehlt in Deutschland, weil sich der Australier weiter um seine kranke Frau kümmert. Rossi war sogar um 0,925 Sekunden langsamer als im Vorjahr. Damals war er nach seinem Beinbruch auf die Yamaha zurückgekehrt.

Nur Rossi verwendet die GP11.1, die aus einem Rahmen für die kommende Saison und einem aktuellem Motor besteht. Dazu gibt es ein Getriebe ohne Zugkraftunterbrechung, eine andere Auspuffanlage und eine modifizierte Hinterradschwinge. Fast eine Sekunde verlor er auf seinen Teamkollegen Nicky Hayden, der mit der "gewöhnlichen" GP11 unterwegs war. Nun gibt es Überlegungen, die Gp11.1 fallen zu lassen und wieder auf das andere Modell zu wechseln.

"Wir sind sehr erschüttert, weil wir an diesem Wochenende stark zu kämpfen haben. Ich bin langsam und fast Letzter. Seit drei Rennen verwenden wir nun das neue Motorrad und versuchen die Leistung des Vorgängermodells zu verbessern. Ich bin dieses Motorrad mit dem 1.000er-Motor gefahren und es war nicht so schlecht. Mit dem 800er-Triebwerk wurde das Motorrad schwierig zu fahren. Ich kann das Vorderrad nicht belasten."

"Ich glaube, mit dem 1.000er-Motor gab es weniger Probleme, weil man das Motorrad anders fährt. Mit der 1.000er fährt man andere Linien, während man mit der 800er eine höhere Kurvengeschwindigkeit hat. Daher haben wir mehr Probleme. Unsere Leistung war in den letzten drei Rennen sehr, sehr schlecht, speziell im Training. Wir werden morgen entscheiden."

"Wir haben mehr oder weniger alles an diesem Motorrad verändert, aber unter dem Strich haben sich unsere Rundenzeit und unsere Leistung nicht verbessert. Ich weiß nicht, was wir für das Rennen tun können. Wir werden aber nicht aufgeben und versuchen uns zu verbessern."

"Es tut uns für alle Valentino- und Ducati-Fans leid. Wir müssen es auch für sie versuchen. Wir werden morgen nach dem Rennen über die GP11 sprechen und sicherlich einen Vergleichstest am Montag nach Brünn fahren. Ich weiß nicht, ob es davor schon möglich ist. Wir haben noch nicht entschieden."

Die Konkurrenz hat sich ebenfalls Gedanken über das schwache Abschneiden gemacht. "Ich bin überrascht", sagt Stoner, der noch im Vorjahr für Ducati Rennen gewonnen hat. "Das ist offensichtlich nicht der Platz, wo er hingehört. Es ist einfach überraschend, denn sie schienen mit der Entwicklung des Motorrades zufrieden zu sein, aber sie haben trotzdem zu kämpfen."

Dani Pedrosa findet: "Es ist sicher eine schwierige Zeit für ihn. Alle von uns hatten schon solche Probleme. Das ist ein Prozess." Weltmeister und Ex-Teamkollege Jorge Lorenzo hofft, dass "Vale" bald wieder vorne dabei ist. "Er versucht alles und hat in den Rennen angegriffen. Es scheint so, dass er in den letzten Rennen nicht das gleiche Gefühl hatte. In dieser engen Klasse braucht es nicht viel und man ist hinten. Sein Gefühl scheint schlechter als zuvor zu sein. Es ist eine schwierige Situation für ihn. Ich glaube nicht, dass das seiner Position entspricht. Hoffentlich kommt er wieder nach vorne."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel