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Nach seinem Sieg holte Dani Pedrosa in der Meisterschaft verlorene Punkte auf © Bridgestone

Mit seinem Sieg am Sachsenring hat sich Dani Pedrosa eindrucksvoll zurückgemeldet und erklärt, dass er die Saison noch nicht abschreibt

Nach dem fatalen Zusammenstoß mit Marco Simoncelli in Le Mans musste Dani Pedrosa drei Rennen aussetzen. Als der zerbrechliche Spanier Anfang Juli in Mugello zurückkam, fehlte ihm noch etwas die Kraft für den Kampf an der Spitze. Zwei Wochen später fuhr Pedrosa auf dem Sachsenring zum Sieg und erklärt: "Als ich in Mugello wieder aufs Motorrad gestiegen bin, hatte ich einige Schmerzen. Es liegt am Arm, der ist das Problem."

"Wenn es die Beine gewesen wären, dann wäre das nicht so schlimm. Man braucht sie zwar, aber nicht so sehr wie die Arme. Es ist mein rechter Arm, den brauche ich zum Bremsen und Gasgeben. Auf der Bremse fehlte mir die Kraft. Ich habe gemerkt, dass ich eine weitere Woche benötige, um zu trainieren und mich vorzubereiten", so Pedrosa zum Comeback in Italien.

Starke 2011er Honda

Die Zwangspause war für den Honda-Piloten besonders schmerzlich, weil es bis dahin in der Meisterschaft gut lief und das Arbeitsgerät 2011 sehr gut funktioniert: "Die Honda läuft dieses Jahr auf beinahe allen Rennstrecken sehr gut. Es gibt an jedem Wochenende Probleme mit einigen Dingen, aber grundsätzlich verhält sich das Bike gut", erkennt auch Pedrosa, der im Vorjahr Vizeweltmeister wurde.

Großen Anteil an der gesteigerten Performance der Honda hat das neue Getriebe, welches nahe an das Vorbild Formel 1 herankommt und sehr schnell und sanft durch die Gänge wechselt: "Es ist sehr gut, wenn man in Schräglage beschleunigt. Das Bike bewegt sich nicht so viel. Davor war das Getriebe sehr grob und das Bike hat sich beim Gangwechsel immer bewegt und das Rad ist durchgedreht."

"Jetzt ist das Getriebe sehr sanft. Man kann im Trockenen und im Regen das Gas offen lassen", schildert der Honda-Werksfahrer. "Verglichen mit dem Vorjahr haben wir hier Fortschritte erzielt und uns am Kurvenausgang verbessert. Wir haben dadurch eine bessere Traktion und testen eine neue Schwinge, um mehr mechanischen Grip herzustellen. Am Kurveneingang fehlen uns auf der Bremse und beim Hineinlegen nämlich noch ein zwei Schritte."

Nur drei Siege hinter Stoner

Nach dem Sieg in Deutschland liegt Pedrosa nur noch vier Zähler hinter Valentino Rossi und 74 hinter Spitzenreiter Casey Stoner. Einen klaren Hauptgegner will der kleine Spanier nicht ausmachen: "Alle sind Konkurrenten. Auch Simoncelli ist manchmal sehr stark, oder Ben Spies, sie sind alle gut. In dieser Klasse kann ab einem gewissen Punkt jeder gefährlich werden. An der Spitze stehen Stoner und Lorenzo, aber danach folgen alle anderen Piloten, die dadurch die Rennen schwieriger gestalten."

Die Rolle des Wasserträgers will Pedrosa keinesfalls einnehmen. Teamkollege Stoner hat nur noch 15 Punkte Vorsprung auf Jorge Lorenzo und dessen Yamaha. "Ich denke, dass er ein gutes Potenzial hat, den Titel aus eigener Kraft zu gewinnen. Ich möchte nicht in dieser Position sein", gibt Pedros klar zu.

Ohne den Vorfall mit Simoncelli hätte die Saison sicher anders ausgesehen. Dieses Thema ist für den langjährigen Honda-Piloten allerdings abgehakt: "Natürlich ist es nicht einfach zu vergessen, was passiert ist. Ich habe dadurch die Meisterschaft verloren, dieses Jahr war eine gute Chance. Aber ich habe alles gesagt, was ich darüber sagen muss", so Pedrosa.

Vorfreude auf 2012

Die Gedanken sind aber nach wie vor bei 2011 und den 800ern. Eine vorzeitige Orientierung für 2012 und die 1000er macht laut Pedrosa keinen Sinn: "Ich denke immer noch über diese Saison nach und versuche einige Poles und Rennsiege zu holen, um einige Punkte aufzuholen und nicht als Siebter in der Tabelle zu enden. Natürlich blicke ich dem Test in Brünn entgegen, um die 1000er zu testen. Den Test in Jerez habe ich verpasst."

"Ich denke, die 1000er wird aufregender. Ich bin gespannt, das zu testen. Sie wird viel mehr Drehmoment haben und ich denke, dass es schwieriger werden wird, ein perfektes Setup fürs Wochenende zu finden. Bei der 800er ist es so, dass derjenige, der das perfekte Setup findet auch derjenige ist, der das Rennen gewinnt. Ich denke, die 1000er wird das ein wenig mehr in Richtung Fahrkönnen öffnen", hofft der Sachsenring-Sieger.

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