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Dovizioso und Simoncelli könnten 2012 nur auf einer Satellitenmaschine sitzen © Bridgestone

Laut Honda-Boss Shuhei Nakamoto laufen Andrea Dovizioso und Marco Simoncelli Gefahr, ihren Status als Werkspilot im kommenden Jahr zu verlieren

Der japanische Motorrad-Gigant Honda setzt in der laufenden MotoGP-Saison insgesamt sechs Bikes ein. Vier davon fahren mit offizieller Unterstützung des Werks: die drei RC212V in Repsol-Farben von Casey Stoner, Dani Pedrosa und Andrea Dovizioso sowie die Gresini-Honda von Marco Simoncelli. Der zweite Gresini-Pilot Hiroshi Aoyama und LCR-Fahrer Toni Elias sitzen auf einer Satellitenmaschine.

Für die kommende Saison erwägt Honda offenbar eine Verkleinerung des Aufgebots und könnte nach Aussage von Boss Shuhei Nakamoto im ersten Jahr der Rückkehr zu den 1.000er-Motoren insgesamt nur noch vier Bikes an den Start bringen. "Wir machen gerade eine schwere Zeit durch. Die Wirtschaftskrise ist noch lange nicht vorbei", so Nakamoto gegenüber 'Motorsprint'.

"Dazu kommt, dass Japan aufgrund der Katastrophe des Frühlings momentan große Probleme hat", so der Honda-Boss weiter. "Auf dem Industriesektor musste die Produktion landesweit um 30 Prozent zurückgefahren werden. Auch Honda ist dagegen nicht immun und muss Budgetkürzungen vornehmen."

Wenn Nakamoto heute eine Entscheidung treffen müsste, welche der vier aktuellen Werkspiloten im kommenden Jahr auf einer Werks-Honda sitzen, nimmt der Japaner kein Blatt vor den Mund: "Stoner und Pedrosa sind die beiden einzigen mit einen gültigen Vertrag für die kommende Saison. Ich müsste daher Simoncelli und Dovizioso auf Wiedersehen sagen."

Der Honda-Boss räumt allerdings ein, dass fieberhaft an einer Lösung des Problems gearbeitet werde. Wenngleich das Budget gekürzt werden müsse, so habe er die beiden Italiener gebeten "abzuwarten und geduldig zu sein". Nakamoto rechnet demnach nicht vor Mitte August mit einer Entscheidung.

Dovizioso von der aktuellen RC212V begeistert

Was Dovizioso betrifft, so hat dieser sich mit der aktuellen Version der RC212V gerade so richtig angefreundet. "Wir haben gegenüber dem Vorjahr einen großen Schritt gemacht", wird der Italiener von 'RedBull.com' zitiert. "Ich bin überzeugt, dass es im Feld derzeit kein besseres Bike gibt als unseres."

Bei der Entwicklung des Motorrads müsse immer ein Kompromiss eingegangen werden, erklärt Dovizioso: "Du brauchst einerseits Stabilität auf der Bremse, andererseits auch Stabilität am Kurvenausgang und einen starken Motor. Wir verfügen derzeit nicht über ein perfektes Bike, aber ich bin sicher, dass wir von allen das beste haben."

Schwächen macht der dritte Mann im Honda-Werksteam derzeit allenfalls im mittleren Drehzahlbereich aus. "Da fehlt es uns etwas an Durchzug. Die Spitzenleistung hingegen ist top", sagt er und verweist darauf, dass Honda seit jeher darum bemüht ist, "die beste Balance aller Elemente zu finden".

Vom neuen Getriebe ohne Zugkraftunterbrechung zeigt sich Dovizioso ohnehin angetan: "Auf die Rundenzeit hat das Getriebe keinen allzu großen Einfluss, aber ein sanfterer und schnellerer Gangwechsel in Schräglage macht das Motorrad stabiler. Für mich stellt das Getriebe die größte Veränderung dar, seit ich für Honda fahre."

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