vergrößernverkleinern
Ducati hat sich für die Aufhebung der Testbeschränkung stark gemacht © Ducati

Ab sofort dürfen Casey Stoner, Valentino Rossi und Co wieder ausgiebig testen - Die einzige Beschränkung ist die Reifenanzahl von 280 Pneus pro Jahr

Wie erwartet ist die Testbeschränkung gefallen. Ab sofort können die Stammfahrer auch zwischen den Rennen testen. Eingeführt wurde die Beschränkung in den Nachwehen der Finanzkrise von 2008. In der Praxis führte das dazu, dass die Hersteller ein eigenes Testteam aufbauten. Das hatte zweierlei Probleme zur Folge: Die Testfahrer konnten nicht die Zeiten der Topfahrer erreichen, weshalb die Erkenntnisse neuer Teile oft wertlos waren. Geld wurde auch nicht gespart.

Deshalb dürfen jetzt wieder die Stammfahrer testen. Der Hersteller muss vorab eine Teststrecke nominieren. Das einzige Limit sind die Reifen, denn es stehen pro Jahr 280 Pneus zur Verfügung. Im Fahrerlager wurde die Aufhebung der Testbeschränkung gemischt aufgenommen. So sagt Ducati Designer Filippo Preziosi: "In der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation ist es nicht sehr effizient, wenn Valentino Rossi von uns bezahlt wird und in seinem Zimmer schläft, anstatt auf der Strecke zu testen. Das ist nicht effizient."

"Wir müssen Geld sparen, weshalb es die Reifenbeschränkung gibt. Das setzte dir Limits für Streckenmiete, die Ersatzteile, Benzin und so weiter. Innerhalb dieser Beschränkung hat man einen bezahlten Testfahrer und Rossi. Man spart also überhaupt kein Geld. Das machte keinen Sinn." Ein Ingenieur wünscht sich natürlich, dass die besten Fahrer seine Forschungen ausprobieren.

Die Fahrer selbst denken an die höhere Belastung über ein Jahr gesehen, denn um Erkenntnisse zu sammeln, muss bei einem Test immer voll am Limit gefahren werden. "Bei einer Saison mit 18 Rennen und den Testfahrten, die wir bisher hatten, bin ich mit der Änderung nicht sehr glücklich", sagt Weltmeister Casey Stoner. "Für Neueinsteiger und für Teams, die Entwicklung brauchen, ist es sicher positiv. Wenn wir aber das ganze Jahr auf dem Motorrad sitzen, wird es uns zerstören."

"Es gibt sicher Leute, die sich darauf freuen und mehr testen wollen. Ich finde, dass wir in den uns zur Verfügung stehenden Tests alles machen konnten. Manchmal denkt man, dass man mehr testen möchte, aber wenn es für alle gleich ist, dann ist es okay. Es wird sicher schwierig, die Testfahrten im Kalender und unseren anderen Verpflichtungen unterzubringen. Es wird ein langes Jahr werden."

Yamaha-Pilot Ben Spies sieht das ähnlich. "Mit den vielen Rennen und den Testfahrten, die wir bis jetzt hatten, war es schon hart genug. Die Tests werden sicher einigen Leuten helfen. Wir sind zum Beispiel zweimal im Jahr in Sepang.. Dort ist es extrem heiß und wir können nicht mehr fahren, egal wie viele Reifen zur Verfügung stehen. Für mich war es bis jetzt in Ordnung. Für Rookies ist es sicher positiv. Ich sage jetzt nicht, dass es schlecht ist."

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel