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Stefan Bradl holte sich 2011 in seiner zweiten Moto2-Saison den Titel © getty

Moto2-Weltmeister Stefan Bradl hat beim ersten MotoGP-Test Blut geleckt. "Ich möchte nichts anderes fahren", sagt er.

Valencia - Erst seit dem Wochenende Weltmeister und schon im Windschatten von Superstar Valentino Rossi.

Mit den ersten Testfahrten auf einem MotoGP-Motorrad hat sich für Stefan Bradl noch vor dem großen PR-Marathon als neuer Moto2-Champion ein großer Traum erfüllt und den Wunsch nach dem Aufstieg in die Königsklasse spätestens 2013 weiter verstärkt. (BERICHT: Marquez kapituliert - Bradl ist Weltmeister)

"Ich möchte eigentlich nichts anderes mehr fahren", sagte der 21-Jährige nach seinem ersten Testtag auf einer MotoGP-Honda, bei dem er gerade mal eine knappe halbe Sekunde langsamer war als der neunmalige Weltmeister Rossi auf seiner Ducati.

MotoGP-Aufstieg 2012 geplatzt

Auf regelmäßige Duelle mit dem Italiener oder dem aktuellen Champion Casey Stoner muss Bradl aber wohl noch ein Jahr warten, weil der erhoffte Wechsel mit seinem Kiefer-Team in die MotoGP geplatzt ist.

Stattdessen steht die Titelverteidigung in der Moto2 mit dem erneuten Duell gegen den Spanier Marc Marquez auf dem Programm, wofür das Kiefer-Team aber auch alle Kräfte auf Bradl bündelt.

Und auch dessen Gehalt von zuletzt angeblich 210.000 Euro pro Jahr nahezu verdoppelt.

"Das mussten wir machen, da Stefan natürlich auch für andere Teams interessant geworden ist", sagte Teamchef Stefan Kiefer der Sport Bild.

Team-Etat wird für Bradl aufgestockt

Um Bradl in seinem dritten und dann letzten Moto2-Jahr beste Voraussetzungen zu bieten, wird der Etat des Teams von 1,2 auf 1,6 Millionen Euro aufgestockt, nachdem Kiefer die für ein MotoGP-Projekt nötigen 2,5 bis 3,0 Millionen Euro nicht hatte stemmen können.

Im nächsten Jahr will es Stefan Kiefer erneut versuchen, denn er weiß: "Entweder schaffen wir mit Stefan den Sprung oder er geht ohne uns in die MotoGP."

Vielleicht lassen sich mit dem ersten deutschen Motorrad-Weltmeister nach 18 Jahren künftig mehr Sponsoren-Gelder generieren.

[kaltura id="0_aemlr0a2" class="full_size" title="VIDEO Bradl auf der MotoGP Honada"]

Gewaltiges Medieninteresse

Das Medien-Interesse an dem Zahlinger ist jetzt schon riesengroß.

Am Samstag wird er Gast im ZDF-Sportstudio sein, zahlreiche weitere Fenrsehsender stehen auf der Matte.

Doch erst einmal machte Bradl das, woran er am meisten Spaß hat: Gas geben.

Der ursprünglich nur für einen Tag geplante Test beim Honda-Team LCR des Ex-Piloten Lucio Ceccinello wurde kurzfristig auf zwei Tage ausgedehnt, um Bradls Verbesserungspotenzial auszuloten.

"Ein großartiges Erlebnis"

So war er am Mittwoch erneut in Valencia mit der MotoGP-Honda seinen Moto2-Titelvorgängers Toni Elias (Spanien) unterwegs, das Motorrad war bis auf das Getriebe auf dem Stand der Weltmeister-Maschine des Australiers Casey Stoner.

"Diesen Tag werde ich wohl nicht so schnell vergessen, das ist echt ein großartiges Erlebnis. Es ist alles perfekt, da merkt man doch, dass dies die Königsklasse ist. Das ist hier eine tolle Sache, und ich hatte heute riesigen Spaß", so der 21-Jährige weiter.

"Er stellt sich perfekt an"

Bradl hatte mit seinen ersten 62 MotoGP-Runden nicht zuletzt seinen Vater Helmut beeindruckt: "Er stellt sich perfekt an und ist für den ersten Tag richtig schnell dabei, eine Zehntelsekunde schneller als Karel Abraham, der schon ein ganzes Jahr auf der MotoGP unterwegs ist."

"Allerdings habe ich von ihm auch nichts anderes erwartet, denn er ist halt so, und das beeindruckt mich", meinte der Papa. 476076(DIASHOW: Stefan Bradls Karriere)

Zur absoluten Spitze, die am ersten Testtag der Spanier Dani Pedrosa und dessen Teamkollege Stoner markiert hatten, fehlten Bradl nach der Gewöhnung an Leistung, elektronische Einstellungen und Reifen der MotoGP-Maschine gut zwei Sekunden.

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