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Stefan Bradl hat mit der Abstimmung der Honda RC212V experimentiert © Honda

Am zweiten Testtag in Valencia begann Stefan Bradl mit der Abstimmung der MotoGP-Honda - Von der Professionalität in der Königsklasse ist er beeindruckt

Für Stefan Bradl ist am Mittwoch der MotoGP-Ausflug in Valencia weitergegangen. Der Deutsche drehte 61 Runden mit der Honda RC212V des LCR-Teams und markierte eine persönliche Bestzeit von 1:34.142 Minuten. Damit war der Moto2-Weltmeister nur um 0,328 Sekunden langsamer als Alvaro Bautista, der schon zwei Jahre in der Königsklasse gefahren ist und erstmals auf einer Honda unterwegs war.

Am zweiten Testtag begann Bradl mit der Abstimmungsarbeit. "Wir haben an der Vordergabel verschiedene Einstellungen ausprobiert. Außerdem haben wir verschiedene elektronische Systeme getestet. Da gibt es für mich noch soviel zu lernen, wie mir das Motorrad in verschiedenen Schräglagen, am Kurveneingang und so weiter, entgegenkommen kann, damit es mir leichter fällt."

"Ich wäre gerne 1:33er Zeiten gefahren, aber als ich am Ende sehr stark gepusht habe, ist mir der Fehler unterlaufen, dass ich zu stark in meinen Moto2-Rhythmus gekommen bin", sagt Bradl. "Das heißt, dass ich etwas zu viel Kurvengeschwindigkeit gefahren bin und den Kurvenausgang etwas verpasst habe. Das kann man mir glaube ich verzeihen. Auf Bautista, der schon zwei Jahre MotoGP gefahren ist, habe ich drei Zehntel verloren. Er war mit der gleichen Honda unterwegs. Das ist ein Anhaltspunkt für mich."

Bradl hat die beiden Tage als Geschenk von Honda bekommen und ist immer noch überwältigt von der Königsklasse. "Es ist ein tolles Gefühl und ich bin noch sehr beeindruckt. Ich bin schwer begeistert von dem ganzen Arbeitsablauf. Nicht nur vom Motorrad, sondern von der Professionalität und wie alles abläuft. Man merkt den Unterschied deutlich."

"Ich bin sehr zufrieden mit den beiden Tagen und hatte immer ein gutes Gefühl. Wir haben natürlich auch angefangen am Motorrad zu arbeiten. Sie kommen ständig mit neuen Teilen an und es gibt immer etwas, das man ausprobieren kann. Von daher kann der Tag gar nicht lang genug sein."

"Am Ende war ich dann auch konditionell etwas fertig. Ich habe gemerkt, dass die letzten Tage sehr, sehr anstrengend waren. Der Crash am Sonntag kommt auch wieder etwas zum Vorschein, weil alles ein wenig weh tut, aber das ist relativ normal für die ersten beiden MotoGP-Tage. Danke an Honda und danke an das Team, das sehr professionell gearbeitet hat."

Langsam fallen die Puzzlesteine für die kommende Saison an ihren Platz. Bautista hat bei Gresini unterschrieben. Falls alles zusammenpasst, würde Bradl am liebsten bei LCR andocken und im kommenden Jahr MotoGP fahren. "Jetzt müssen wir weiter daran arbeiten, wenn sich die Chance ergibt", sagt der Deutsche.

Vater Helmit Bradl ist "von Stefans Leistung an diesen beiden Tagen sehr überrascht. Schon am ersten Tag war er schneller als Elias, der mit diesem Motorrad das ganze Jahr gefahren ist, und er war sogar schneller als Karel Abraham. Es war absolut alles neu für ihn - angefangen vom Motorrad mit so viel mehr Leistung, den Reifen und der Elektronik natürlich."

"Nach dem schlimmen Sturz am Sonntag hat mich auch beeindruckt, wie verbissen er gearbeitet hat. So einen Sturz steckt man nicht ohne weiteres weg. Aber auch das Team war von ihm beeindruckt, wie gewissenhaft und konzentriert er die Sache angeht. Seine Analysen und Aussagen sind bei den Technikern gut angekommen. Am wichtigsten aber ist, dass er an den beiden Tagen nichts kaputt gemacht hat."

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