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Stefan Bradl (r., mit Vater Helmut) wurde 2011 auf einer Kalex Moto2-Weltmeister © imago

Bradl bestätigt den Aufstieg seines Sohnes in die MotoGP und zu LCR. Für das Kiefer-Team hofft er auf eine "saubere Lösung".

München - Der Wechsel von Moto2-Weltmeister Stefan Bradl in die MotoGP zu LCR-Honda ist beschlossene Sache.

"Ich habe definitiv die mündliche Zusage vom Team", sagte Bradl am Donnerstagabend im Rahmen des Empfangs in seiner Heimatstadt Obergriesbach.

Bereits zuvor hatte Vater Helmut einen Aufstieg seines Sohnes in die Königsklasse in Aussicht angekündigt: "Wir haben gestern Abend per Handschlag einen Jahresvertrag mit Option besiegelt", sagte Bradl Senior der Nachrichtenagentur "dpa".

Zuvor hatte er den Karriereplan seines Sohnes bereits klar skizziert.

"Es ist klar, dass er bei Kiefer nicht mehr fährt. Er wird im nächsten Jahr MotoGP fahren", sagte der 250-ccm-Vize-Weltmeister von 1991, nachdem der Filius bei den Testfahrten auf einer MotoGP-Maschine in Valencia überzeugt hatte.

"Eine saubere Lösung für Kiefer"

Die Trennung vom bisherigen Kiefer-Rennstall sei allerdings nicht leicht gefallen, gab Bradl senior zu.

"Das tut auch weh. Wir wissen auch, von wem wir gefördert wurden. Aber diese Chance bekommt man meist nur einmal im Leben, wenn man viel Glück hat, zweimal. Ich habe Stefan gesagt, wenn er MotoGP fahren will, muss er jetzt als Weltmeister in die nächste Klasse aufsteigen", sagte Helmut Bradl.

Und weiter: "Honda hat mir versprochen, sie werden für Kiefer eine saubere Lösung finden."

Bauchgefühl bei Vater Helmut

Denn eigentlich stand Stefan Bradl bei seinem Team nach dem geplatzten gemeinsamen Aufstieg in die Königsklasse für eine weitere Moto2-Saison im Wort.

"Es hat eine mündliche Vereinbarung gegeben, aber nichts Schriftliches", sagte Helmut Bradl und verriet, dass Stefan am Sonntagabend nach dem letzten Rennen den Vertrag hätte unterschreiben sollen: "Aber ich habe aus einem Bauchgefühl heraus gesagt, dass er damit auch noch zwei, drei Tage warten kann."

Dann habe sich das Blatt gewendet, nachdem das Thema MotoGP eigentlich bereits abgehakt und man ganz auf eine weitere Moto2-Saison gepolt gewesen sei (BERICHT: Marquez kapituliert - Bradl ist Weltmeister).

[kaltura id="0_aemlr0a2" class="full_size" title="VIDEO Bradl auf der MotoGP Honda"]

Entscheidung im Interesse aller

Doch durch die beeindruckenden Leistungen seines durch den Sturz vom Sonntag sogar noch leicht gehandicapten Sohnes auf der MotoGP-Honda steht dort jetzt die Tür weit offen.

"LCR ist für uns die beste Lösung", sagte Helmut Bradl. Stefan habe sich bei den Tests davon überzeugen können, dass er dort 2012 Top-Material habe: "Das ist ein Top-Team."

LCR-Chef Lucio Cecchinello ist von Bradl sehr angetan, auch Honda-Racing-Manager Livio Suppo sprach von einer baldigen Entscheidung. "In den nächsten acht bis vierzehn Tagen müsste der Vertrag unterschrieben sein", sagte Helmut Bradl.

"Es steht in ihrem Interesse, dass wir im nächsten Jahr zusammenarbeiten werden, in meinem auch", hatte Stefan Bradl selbst SPORT1 noch am Mittwochabend in Valencia gesagt, bevor er sich dann am Donnerstag auf den Weg ins heimische Zahling machte.

Aus "Zahling" wird "Bradling"

Am Münchner Flughafen wurde er am Mittag von rund 70 Mitgliedern seine Fanclubs mit Transparenten und Gesangseinlagen empfangen, im Bus ging es dann gemeinsam nach Hause.

Gemeinsam mit dem Rennfahrer ersetzten die Fans das Ortsschild des Heimatortes Zahling in der Gemeinde Obergriesbach durch "Bradling". "Ein unglaublicher Tag für mich", sagte Bradl.

Nach einem überschwänglich Empfang trug sich der 21-Jährige in das Goldene Buch der Gemeinde ein. "Ein Mitglied unserer Gemeinde hat etwas Außergewöhnliches geschafft", sagte Bürgermeister Josef Schwegler vor etwa 500 Gästen.

Verdiente Auszeit

Am Freitag hat Stefan Bradl dann erstmals seit dem WM-Triumph am vorigen Wochenende frei - und die Auszeit auch bitter nötig.

"Er ist mental und körperlich jetzt platt. Die ganzen Verhandlungen haben sich neben den Tests von Montag bis Mittwoch hingezogen. Irgendwann ist man dann mal leer", sagte Papa Helmut: "Wir hatten überhaupt noch keine Zeit, mal ein bisschen zu feiern."

"Nicht viel anstrengender"

Und sich auf das nächste Jahr zu freuen.

"Das Motorrad ist gar nicht mal so schwer zu fahren, aber die Leistung ist natürlich brachial. Es ist körperlich noch mal anstrengender, aber gar nicht so, wie ich es gedacht habe", beschrieb Stefan Bradl seine ersten MotoGP-Eindrücke:

"Es ist noch menschlich. Es ist nicht so, dass man von einem anderen Planeten kommen muss."

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