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Stefan Bradl holte in seiner Karriere bislang sieben Grand-Prix-Siege © imago

Die Lobeshymnen auf Stefan Bradl reißen nicht ab und auch Vettel und Schumi stimmen mit ein. Die Vorfreude auf die MotoGP steigt.

München - Höchstes Lob von Sebastian Vettel und Michael Schumacher, der neue MotoGP-Vertrag schon auf dem Weg nach Zahling:

Motorrad-Weltmeister Stefan Bradl schwebt eine Woche nach seinem Titelgewinn weiterhin auf Wolke sieben.

Der Aufstieg in die Königsklasse zum Honda-Satellitenteam LCR dürfte schon in Kürze perfekt gemacht werden.

"In den nächsten zwei, drei Tagen wird der Vertrag kommen. Den werden wir unterzeichnen", sagte Bradl im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF.

Vorfreude auf Duell mit Valentino Rossi

Zweifel daran, dass er im kommenden Jahr gegen Weltmeister Casey Stoner und Superstar Valentino Rossi fahren wird, hat der 21-Jährige nicht mehr.

"Mündlich ist alles klar. Ich habe ein gutes Gefühl, das klappt schon", sagte der Zahlinger:

"Es ist mein größter Traum in der MotoGP gegen Valentino Rossi zu fahren. Jetzt habe ich die Möglichkeit, und jetzt nutze ich sie auch."

Vettel gratuliert aus Abu Dhabi

Dann dürfte Bradl bei den deutschen Motorsport-Fans noch mehr in den Blickpunkt rücken als durch seinen Titelgewinn in der Moto2 (BERICHT: Marquez kapituliert - Bradl ist Weltmeister).

Zwei berühmte Rennsport-Kollegen haben Bradls Triumphzug aber schon in diesem Jahr aufmerksam verfolgt: Die Formel-1-Champions Sebastian Vettel und Michael Schumacher.

"Herzlichen Glückwunsch. Gerade der Zweirad-Sport ist in Deutschland in letzter Zeit etwas untergegangen. Deshalb freut mich, dass er die deutsche Fahne jetzt so hoch hält", sagte Vettel aus dem fernen Abu Dhabi zu Bradl:

"Er ist ein netter Kerl und hat eine nette Familie. Das sind gute Menschen, deshalb hat er es verdient."

Vettel zollt Motorrad-Piloten Respekt

Der jüngste zweimalige Weltmeister der Formel-1-Geschichte hat allerhöchsten Respekt vor Bradls Leistung.

"Die Kontrolle, die die Jungs haben, ist schon Wahnsinn. Wenn wir mal rutschen, kann man das Auto noch abfangen", sagte er:

"Auf zwei Rädern fällt man gleich runter und tut sich weh. Da kann man ja Michael fragen, der hat damit schon ein paar Erfahrungen gemacht."

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Schumacher: "Das ist Präzision pur"

Der angesprochene Rekordweltmeister, der vor seinem Comeback in der Formel 1 bei seinem Abstecher in die Zweirad-Szene manch schmerzhafte Erfahrung gemacht hatte, bestätigte Vettels Einschätzung.

"Da kann man nur mit Hochachtung hinschauen, was die Jungs bieten. Das ist Präzision pur. Von der Sensibilität und dem Fahrkönnen - ich kann das ein bisschen einschätzen - ist das einfach gigantisch", sagte Schumacher.

"Wenn der Michael Schumacher so was sagt, hat das schon seinen Sinn. Ich glaube, er spricht aus Erfahrung", meinte Bradl.

Vettel bleibt auf vier Rädern

Vettel zumindest würde mit Bradl nicht tauschen wollen.

"Er hat ja schon mal angedeutet, dass er gerne mal ein Formel-1-Auto fahren würde. Aber meine Ambitionen auf zwei Rädern halten sich sehr zurück. Ich bleibe lieber auf vier Rädern", sagte der Red-Bull-Pilot.

Bradl fällt Abschied schwer

Während Bradl sich in den letzten Tagen auch über die große Anteilnahme der Fans in seiner Heimat gefreut hatte, bringt der geplante Teamwechsel aber auch ein paar gemischte Gefühle mit sich.

Die Tatsache, dass er sein bisheriges Kiefer-Team trotz einer mündlichen Zusage für die neue Saison verlassen wird, geht nicht spurlos an ihm vorüber.

"Das fällt mir schwer, ganz klar", gab der Sohn des früheren Vize-Weltmeisters Helmut Bradl zu.

Kein Familien-Streit

Dass er seinen Vater, der in der kommenden Woche 50 Jahre alt wird, mit dem Titelgewinn hinter sich gelassen hat, sorgt in der Familie laut Bradl junior dagegen nicht für Probleme.

"Dass ich jetzt Weltmeister bin und er Vize, ist kein Beinbruch für ihn. Er hat 21 Jahre lang die höchste Stelle in der Familie gehabt. Ich glaube, er kommt die nächsten 30, 40 Jahre gut damit klar, dass der Sohnemann schneller ist."

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