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Stefan Bradl konnte in der abgelaufenen Saison vier Rennen gewinnen © getty

Der Vertrag ist unterzeichnet, der Aufstieg perfekt. Stefan Bradl startet in der kommenden Saison in der Königsklasse.

München - Eine Kleinigkeit hatte Stefan Bradl für seinen Vater Helmut schon lange vor dessen 50. Geburtstag besorgt, jetzt ist das Geschenk aber doch etwas größer ausgefallen.

Pünktlich zur großen Feier hat der Weltmeister einen Vertrag beim MotoGP-Team LCR unterschrieben, zum perfekten Zeitpunkt ist der Aufstieg des 21-Jährigen unter Dach und Fach.

"Das ist einfach fantastisch. Es wird ein Traum wahr", sagte Bradl.

In den kommenden zwei Jahren wird der Zahlinger für das Honda-Satellitenteam des früheren Piloten Lucio Cecchinello an den Start gehen und sich auf der Strecke mit Stars wie dem neunmaligen Weltmeister Valentino Rossi aus Italien messen.

Als der Deal perfekt war, präsentierte sich Bradl auf der LCR-Homepage mit breitem Lächeln an der Seite seines neuen Teamchefs und trug dabei ein weißes T-Shirt mit der Aufschrift "I'm with Lucio".

Bradl voller Vorfreude

Gerade einmal zwei Wochen ist der Titelgewinn in der Moto2-Klasse her, doch Bradl ist mit den Gedanken inzwischen ganz woanders.

Schließlich wird der 21-Jährige schon bald auf der Honda RC213V mit 1000ccm Platz nehmen. (BERICHT: Bradls Aufstieg perfekt)

"Mein Debüt in der Königsklasse zu geben, ist großartig. Ich kann es nicht erwarten, wieder auf die Strecke zu gehen", sagte Bradl.

Schon unmittelbar nach dem WM-Coup hatte Bradl in Valencia das LCR-Modell der abgelaufenen Saison mit 800ccm zwei Tage lang gefahren und dabei voll überzeugt. Die nächsten Tests sollen schon im kommenden Monat über die Bühne gehen, Bradl macht sich auf den Weg nach Malaysia.

(VIDEO: Bradls Empfang in Zahling)

Großes Lob für den Hoffnungsträger

Cecchinello lobte seinen Hoffnungsträger nach der Vertragsunterzeichnung in den höchsten Tönen.

"Nach dem Test in Valencia waren wir von seinem Potenzial und seiner Entschlossenheit sehr beeindruckt. Stefan ist jung und schnell, hat gerade erst den Moto2-Titel gewonnen. Daher glauben wir, dass wir gemeinsam mit dem Team in den nächsten beiden Jahren wachsen können", sagte der Italiener.

Auf den Spuren von Alex Hofmann

Mit dem Aufstieg hat Bradl seinen WM-Titel vergoldet und tritt jetzt in die Fußstapfen von Alex Hofmann.

Der heutige SPORT1-Experte war 2007 als bis dato letzter deutscher Motorrad-Pilot mit einer Ducati in der größten der drei Klassen an den Start gegangen. (BERICHT: MotoGP perfekt: Bradl hat unterschrieben)

Beim Abenteuer MotoGP ist Bradl in doppeltem Sinne Nachfolger von Toni Elias.

Der Spanier war Bradls Vorgänger als Moto2-Champion und fuhr in der abgelaufenen Saison bei LCR. Den Durchbruch schaffte er aber nicht. Am Ende der Saison belegte Elias den 15. Platz, beste Rennplatzierung war ein achter Rang.

Entschädigung für Kiefer-Team

Glaubt man der Einschätzung des früheren Vizeweltmeisters Helmut Bradl, wird Sohn Stefan zunächst auch nicht vorne mitfahren. Im Eingewöhnungsjahr seien Plätze "zwischen acht und zwölf möglich".

Dem Aufsteiger dürfte die Perspektive reichen, Bradl nutzt eine einmalige Chance und verlässt das Kiefer-Team nach drei Jahren - obwohl er bereits seine Zusage für die kommende Saison gegeben hatte.

Da Kiefer dadurch auch den Hauptsponsor verliert, soll es eine Entschädigung von Honda geben.

"Ich habe das angeleiert. Mit unserem Gewissen war es nicht vereinbar, dass Stefan die einfach so stehen lässt", sagte Bradl senior.

Bradl-Clan in Feierstimmung

Bis die Vorbereitung auf die neue Saison beginnt, bleibt im Hause Bradl noch etwas Zeit zum Durchschnaufen.

Am Wochenende wird erst einmal auf das Geburtstagskind angestoßen - und auf den WM-Titel.

Das hatte Helmut Bradl bereits unter der Woche angekündigt. "Wir haben bis jetzt überhaupt keine Zeit gehabt, das zu feiern."

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