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Der Brite James Toseland fuhr 2008 und 2009 bei Tech3-Yamaha in der MotoGP © BMW Italia

Der ehemalige MotoGP-Pilot James Toseland erklärt seinen Rücktritt und zeigt am Beispiel Marco Simoncelli auf, wie schnell es gehen kann

Der ehemalige Superbike-Weltmeister und Tech3-Pilot James Toseland beendete im September 2011 seine Karriere. Dieses Jahr fuhr der Brite seine neunte Saison in der Superbike-WM. Diese begann mit einem schweren Sturz bei Tests in Aragon nicht besonders gut. Durch die Verletzung seines Handgelenks konnte er nie wieder an seine Form anknüpfen.

"Ich wusste, dass ich für mich selbst eine Gefahr war. Die Frustration führte immer wieder zu gefährlichen Situationen", erklärt er der 'Mail on Sunday' nach seinem Rücktritt. "Mein Kopf und mein Herz waren immer noch sehr schnell, aber mein Handgelenk war nur noch für den zehnten Platz gut. Ich wäre ständig in Gefahr gewesen, zu stürzen - ganz einfach deswegen, weil ich zu viel Druck gemacht hätte. Wie man bei Marco (Simoncelli; Anm. d. Red.) sah, kann das mit Tränen enden."

Die Tragödie um den charismatischen Italiener hat auch Toseland berührt. In den Jahren 2008 und 2009 war er Teil der Motorrad-WM und sah, wie Simoncelli Weltmeister bei den 250ern wurde. "Nicht viele Fahrer haben das Talent und die Ausstrahlung. Wenn man beides hat, sind die Voraussetzungen großartig für eine Show, wie die MotoGP", bemerkt Toseland.

"Er hatte immer Zeit für ein Gespräch. Ich lernte ihn als einen absolut netten Kerl kennen", erinnert sich der damalige Yamaha-Pilot. "Natürlich wussten wir, dass er einer der härtesten Fahrer war, sobald er sein Visier zugeklappt hat. Er wurde kritisiert, war aber sehr entschlossen und ambitioniert. Das kann man ihm nicht zum Vorwurf machen."

"Er wollte sich einen Namen machen und war ein potenzieller Champion. Das konnten die Leute sehen. Es ist ein großer Verlust", bedauert Toseland, der bei Tech3 Teamkollege von Colin Edwards war, der Simoncelli in Sepang nicht mehr ausweichen konnte. "Ich habe ihm eine Nachricht geschickt. Ich wollte ihm nur etwas Trost zusprechen und ihm sagen, dass es mir Leid tut", schildert Toseland. "Er war zur falschen Zeit am falschen Ort. Es hätte jeden von uns treffen können. Für die Betroffenen des Unfalls ist es schrecklich."

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