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Cal Crutchlow hinterfragt die Reifenvorgaben von Bridgestone © Yamaha

Der Tech-3-Pilot kritisiert Bridgestone und kann nicht nachvollziehen, warum die Yamaha-Piloten am Sachsenring nicht den weichen Reifen fahren durften

Honda dominierte das Rennen am Sachsenring klar. Jorge Lorenzo und die restlichen Yamaha-Piloten hatten keine Chance auf den Sieg - zu stark waren Dani Pedrosa und Casey Stoner im Rennen. Großen Anteil daran hatte der Fakt, dass die Yamaha-Piloten nicht mit dem weichen Reifen fahren durften, den sie fürs Rennen bevorzugten.

"Nach dem Warmup wurde entschieden, dass wir nicht mit dem weichen Hinterreifen fahren dürfen", bemerkt Cal Crutchlow. "Anscheinend war bei Bradl die Temperatur zu hoch. Wir waren enttäuscht darüber, aber auch Jorge war es. Bautista ist mit dem weichen Hinterreifen gefahren und seine persönlich schnellste Runde fuhr er in der 23. oder 24. Runde. Das war enttäuschend. Wir hätten Honda nicht geschlagen. Auch Jorge hätte sie nicht mit dem weichen Reifen geschlagen, aber er wäre näher dran geblieben."

"Sie sagten mir in der Startaufstellung, dass alle hart fuhren. Einzig Jorge war ein Wackelkandidat, aber wahrscheinlich haben sie die Entscheidung für ihn getroffen", erklärt der Brite. Egal ob in der MotoGP oder in der Superbike-WM - die Reifen stehen immer wieder im Fokus. "Ich will nicht über die Reifen sprechen. In der Superbike haben wir immer über Pirelli gesprochen und jetzt heißt es ständig, dass Bridgestone schlecht ist. Die Hersteller können machen was sie wollen."

"Die Reifensituation ist nicht konstant. Wenn alle unterschiedliche Reifen fahren und bei einem passiert etwas, dann ist es akzeptabel, weil sie den Reifen für das jeweilige Motorrad bauen. Bridgestone sagt, dass es kein Problem ist, aber wenn große Gummistücke herausbrechen... Wenn bei einem Fahrer die Reifen in Ordnung sind und bei einem anderen nicht - ich war in Assen hinter Nicky und Vale. Wenn sich bei einem der beiden Gummistücke lösen hätten sollen, dann bei Nicky. Im Vergleich zu Valentino existiert bei ihm keine Gaskontrolle. Valentino fährt viel weicher als Nicky, aber bei ihm brachen Gummistücke heraus. Das hat nichts mit dem Fahrstil zu tun", kritisiert Crutchlow.

"Andrea und ich haben einen anderen Fahrstil als Ben. Mein Stil ist Bens ähnlich, also hätte es bei meinem Reifen Probleme geben müssen. Es ist nicht konstant. Das ist nicht richtig. Dann kommen sie am Sonntagmorgen zu dir und sagen, dass der Reifen an Bradls Motorrad zu heiß wird. Mich kümmert Bradl nicht", wettert der Tech-3-Pilot, der sich ärgert, dass Alvaro Bautista mit dem weichen Reifen im Rennen Vorteile hatte. "Wir hatten die Wahl. Ich muss aber das wählen, was Yamaha wählt. Bei Bautista war es ein Pokerspiel und es ist bei ihm aufgegangen."

"Ich glaube Lorenzo wäre mit dem weichen Reifen schneller gewesen, weil er sanfter fährt. Bei uns wäre es 50:50 gewesen. Ich hätte die Hondas sowieso nicht herausfordern können", schildert Crutchlow, der im kommenden Jahr neben Valentino Rossi im Ducati-Werksteam fahren könnte. Die Tür im Honda-Werksteam hat sich für ihn jedenfalls geschlossen. Marc Marquez wird Stoners RC213V pilotieren. "Ohne Marc hätte ich vielleicht einen anderen Job bekommen", grübelt Crutchlow. "Er ist einer der schnellsten Fahrer und ich denke, er wird im ersten Rennen dem Podium nahe kommen."

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