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Stefan Bradl war auch in Laguna Seca besser als Markenkollege Alvaro Bautista © LCR-Honda

Der LCR-Honda-Pilot fährt bei seinem ersten MotoGP-Auftritt in Laguna Seca auf Platz sieben - Lucio Cecchinello zieht positive Halbzeitbilanz

Knapp eine halbe Minute hinter Sieger Casey Stoner überquerte Stefan Bradl beim Rennen in Laguna Seca die Ziellinie - Platz sieben für den Deutschen. "Ich habe mich am Anfang ziemlich wohl gefühlt. Man konnte sehen, dass ich den beiden Tech-3-Fahrern lange folgen konnte", berichtet er stolz. "Ab Mitte des Rennens wurde der Abstand größer, weil das Gefühl fürs Vorderrad schlechter wurde."

"Wir haben von Samstag zu Sonntag einen Schritt gemacht, doch am Kurveneingang hatte ich auf der Bremse nie ein 100-prozentiges Gefühl, wann ich am Limit bin. Das hat am Ende zu viel Zeit gekostet", analysiert der amtierende Moto2-Champ. Bradl hatte bereits bei einigen Rennen Probleme, wenn die Spritmenge geringer wurde und sich somit das Fahrverhalten seiner RC213V veränderte.

"In Mugello hatten wir ein gutes Gefühl. Doch durch das Chassis-Update hatten wir Verbesserungen bei der Beschleunigung auf Kosten des Vorderradgefühls erzielt", schildert er. "Wir haben erst im Qualifying angefangen, richtig am Setup zu arbeiten. Das war zu spät. Uns ist die Zeit davongelaufen."

Bis kurz vor Schluss lag Bradl noch vor Nicky Hayden, der bei seinem Heimrennen alles gab. "Ich wusste, dass er schneller fahren kann. Ich war am Limit, was die Sturzgefahr betrifft. Es gab ein paar Momente, bei denen ich in Gefahr war. Dann habe ich gemerkt, dass er schneller war, wollte aber länger an ihm dranbleiben", erklärt Bradl, der im Gegensatz zu den beiden Honda-Werkspiloten ohne Updates antreten musste. "Ich hatte dieses Wochenende keine neuen Teile. Motorseitig erhalten wir erst in Brünn neue Teile."

Das Rennen auf dem charakteristischen Kurs in Kalifornien war für den Deutschen weniger anstrengend als erwartet. "Die 32 Runden waren nicht so schlimm, wie gedacht. Es war ziemlich erträglich", bemerkt er. Dennoch ist der Kurs nach wie vor eine Herausforderung: "Es ist schwierig, hier eine perfekte Runde zu erwischen."

"Wenn die Reifen abbauen, bin ich noch zu aggressiv. Das ist etwas, was ich noch lernen muss. Wir spekulieren auf eine kleine Steigerung für die zweite Saisonhälfte. Das wird aber nicht so einfach", weiß Bradl, der mit seinen Leistungen die Erwartungen übertreffen konnte. Teamchef Lucio Cecchinello ist voll des Lobes: "Ich bin zufrieden. Stefan ist in Laguna Seca zum ersten Mal gefahren. Es ist eine schwierige Strecke."

"Er weiß, dass alles gut läuft. Er wird sich etwas ausruhen, aber auch weiterhin versuchen, noch härter zu trainieren. Es ist wichtig, dass er für Indianapolis in einer guten Verfassung ist", schildert der LCR-Teamchef. "Wir werden weiterhin unser Bestes geben, damit er ohne viel Druck Erfahrungen sammeln kann. Er verbessert sich Schritt für Schritt. Wir denken, dass ein paar Kurse folgen, auf denen er das Ergebnis von Mugello wiederholen kann. Wir hätten nicht erwartet, dass wir so nah an der Spitze sind."

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