Pedrosa schlägt Lorenzo im Gigantenduell
Honda-Werkspilot Dani Pedrosa hat nach einem Herzschlagfinale den Sieg beim Grand Prix in Tschechien geholt. Der Spanier setzte sich knapp gegen Landsmann Jorge Lorenzo durch, der in der letzten Runde alles gab, sich am Ende aber doch geschlagen geben musste. Platz drei ging an Cal Crutchlow, der sein erstes MotoGP-Podium feierte. Sein Tech-3-Teamkollege Andrea Dovizioso fuhr auf Platz vier. Stefan Bradl (LCR-Honda) kam mit 25 Sekunden Rückstand als Fünfter ins Ziel und war damit erneut schneller als Alvaro Bautista (Gresini-Honda) und Valentino Rossi (Ducati).
"Es war eine schwierige letzte Runde, denn Jorge war in der Kurvenmitte sehr schnell", schildert Pedrosa die spannenden Momente. "Ich wusste, dass er jede kleine Lücke nutzen würde. Dann kam ich leicht von der Linie ab und schon war er da. In der letzten Kurve zog ich daneben, aber ich konnte meine Linie halten und das Rennen gewinne. Ich bin sehr glücklich." Lorenzo akzeptierte die Niederlage und gratulierte seinem Landsmann.
"Es war ein interessantes Rennen. Er hatte seine Stärken und ich meine. Es war ein Strategie-Rennen. Manchmal fuhr er etwas langsamer, um durchzuatmen. In der letzten Runde wusste ich, dass ich etwas probieren musste", so Lorenzo. "Vielleicht ist mir bergauf ein Fehler passiert, denn ich bin eine weite Linie gefahren. Ich wollte ihn in der letzten Kurve überholen, aber es ging nicht, weil er die beste Linie hatte. Er war heute ein mutiger Fahrer", zollt er Respekt. In der WM ist Lorenzos Vorsprung auf 13 Punkte geschrumpft.
Jubeln durfte auch Crutchlow über seinen ersten Podestplatz: "Es ist großartig. Es war ein perfektes Wochenende. Ich war zwar nicht so schnell wie diese beiden Jungs, aber ich bin eine gute Pace gefahren und habe Dovi kontrolliert. Es war ein langes Rennen. Manchmal konnte ich Dani und Jorge sehen. Ich war glücklich. Es war kein aufregendes Rennen, aber ich freue mich jetzt auf die zweite Saisonhälfte. Hoffentlich können wir diesen Schwung fortsetzten. Ich bin sehr glücklich."
Bevor es soweit war, mussten 22 lange Runden absolviert werden. Am Start war es Lorenzo, der sich von der Pole-Position an die Spitze des Feldes setzte. Sein Yamaha-Teamkollege Ben Spies fiel bereits nach wenigen Kurven zurück. Die Ducati von Rossi qualmte in den ersten Runden stark, was auf die Performance aber keinen Einfluss hatte. Die Reihenfolge nach der ersten Runde: Lorenzo, Pedrosa, Crutchlow, Dovizioso, Rossi, Bautista, Bradl.
An der Spitze waren es die beiden Spanier, die schnell eine Lücke zu den Verfolgern herausfahren konnten. Dahinter folgten die beiden Tech-3-Yamahas. Rossi hatte als Fünfter bereits einen sichtbaren Rückstand. Die beiden Honda-Satellitenpiloten nahmen die Verfolgung des einzigen Ducati-Werkspiloten auf. In den folgenden Runden verkürzt sich Rossis Vorsprung auf Bradl und Bautista.
Spies hingegen hat Mühe, sich aus dem CRT-Feld zu befreien und seinen Prototypen-Kollegen zu folgen. Nach wenigen Runden verlor der US-Amerikaner das Hinterrad am Kurveneingang zum Omega und stürzte. Zur gleichen Zeit ging Bradl an Rossi vorbei, der sich anfangs noch wehrte, die LCR-Honda des Deutschen aber später ziehen lassen musste. Auch Bautista ging wenig später an der Desmosedici von Rossi vorbei.
Ivan Silva musste seine Avinita-CRT-Maschine mit technischem Defekt abstellen, nachdem er auf der Start/Ziel-Geraden keinen Vortrieb mehr hatte. An der Spitze war es Lorenzo, der das Tempo vorgab. Pedrosa folgte der Yamaha-Werksmaschine des WM-Leaders aber mit geringem Abstand und wartete noch ab. Elf Runden vor Schluss ging Pedrosa schließlich in Führung, konnte sich aber nicht absetzen.


