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Stefan Bradl ist der Sohn des ehemaligen Motorrad-Stars Helmut Bradl © imago

Stefan Bradl zieht nach seinem Debütjahr in der MotoGP im SPORT1-Interview Bilanz und setzt sich für 2013 höhere Ziele.

Von Felix Götz

München - Das erste Jahr in der Königsklasse hat Stefan Bradl gemeistert - und das gar nicht schlecht.

Auf der Strecke ließ der Moto2-Weltmeister von 2011 Top-Fahrer wie MotoGP-Legende Valentino Rossi, Nicky Hayden und auch Andrea Dovizioso hinter sich.

Am Ende stand ein starker achter Platz in der WM-Wertung zu Buche (DATENCENTER: Endstand in der MotoGP).

Und auch die Auszeichnung zum "Rookie of the Year" unterstreicht die guten Leistungen des 22-Jährigen.

Im SPORT1-Interview spricht Stefan Bradl über die Hochs und Tiefs seiner Premieren-Saison in der Königsklasse, die weiteren Ziele mit Honda und die anstehende Operation.

SPORT1: Herr Bradl, Sie haben ihre erste MotoGP-Saison auf Rang acht abgeschlossen. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Stefan Bradl: Ich ziehe definitiv ein positives Fazit. Wir haben von Beginn an gewusst, dass es schwierig wird, Prognosen abzugeben. Aber wir haben uns gut aus der Affäre gezogen. Es waren gute Ergebnisse und auch ein paar Fehler dabei. Das muss man mir zugestehen. Insgesamt kann sich die Leistung im ersten Jahr durchaus sehen lassen.

SPORT1: Haben Sie den Sprung unterschätzt?

Bradl: Am Anfang war ich mir nicht sicher, wie es sein wird, was mich erwartet und ob ich dem gerecht werde. Da hatte ich Bammel. Vielleicht habe ich das Ganze tatsächlich ein wenig unterschätzt. Aber mit der Zeit wurde mir klar, dass auch in der MotoGP nur Menschen fahren.

SPORT1: Welche Umstellung konkret war besonders schwierig?

Bradl: Die Anforderungen an den Fahrer sind deutlich höher als in den kleineren Klassen. Es wird eine große Konstanz verlangt, jede Runde soll auf einem gleichbleibend hohen Niveau gefahren werden. Egal, ob mit neuen oder alten Reifen. Schwierig ist es auch, neue Teile auszuprobieren und diese dann für gut oder für schlecht zu befinden.

SPORT1: Was waren Ihre persönlichen Highlights? Worüber waren sie enttäuscht?

Bradl: Mein vierter Platz in Mugello und Rang fünf auf dem Sachsenring waren genauso Highlights wie der fünfte Platz im Regen in Le Mans. Eine kleine Enttäuschung war Valencia, wo ich die Chance auf das Podium nicht nutzen konnte. Aragon war mit dem Sturz auf Rang drei liegend natürlich auch nicht gerade toll. Das waren bittere Momente, da war ich enttäuscht. Wir hatten drei oder vier Mal die Chance, auf das Podium zu fahren. Zwei Mal davon habe ich einen Fehler gemacht. Das ist bitter.

SPORT1: So bleiben immerhin noch viele Ziele für das kommende Jahr?

Bradl: Das stimmt. Es ist schön, zu wissen, dass wir in der kommenden Saison Podiumschancen haben.

SPORT1: Honda-Chef Shuhei Nakamoto erwartet 2013 bessere Ergebnisse von Ihnen. Erwarten Sie das selbst auch oder fühlen Sie sich dadurch unnötig unter Druck gesetzt?

Bradl: Das setzt mich nicht unter Druck, das ist doch ganz normal. Ein Rookie-Jahr ist ein Lehrjahr. Deshalb habe ich natürlich selbst das ganz klare Ziel, 2013 auf das Podest zu steigen. Ich will nicht permanent Platz fünf bis Platz acht erreichen. Ich will mehr. Und ich denke, dass wir dazu in der Lage sind.

SPORT1: Ihr neuer Vertrag ist direkt mit HRC geschlossen. Erhoffen Sie sich dadurch noch besseres Material?

Bradl: Zunächst muss ich sagen, dass wir von HRC schon in der abgelaufenen Saison sehr gut unterstützt wurden. Der Rest wird sich ergebnisorientiert entwickeln.

SPORT1: Audi-Entwicklungschef Wolfgang Dürheimer möchte Ducati wieder nach vorne bringen. Wie zu hören ist, sollen auch Sie dabei irgendwann eine Rolle spielen. Wäre Ducati nach der Honda-Zeit eine Option?

Bradl: Es ist viel zu früh, darüber zu sprechen. Ich habe mich mit Honda auf einen Vertrag bis Ende 2014 geeinigt und bin darüber sehr glücklich. Sie haben mich in die MotoGP geholt und mir jetzt wieder das Vertrauen geschenkt. Dafür bin ich sehr dankbar.

SPORT1: Sie haben sich am rechten Unterarm die Rennfahrerkrankheit "Arm Pump" eingefangen, die beim Fahren für Schmerzen sorgt und müssen kommende Woche operiert werden. Fallen Sie länger aus?

Bradl: Nein. Es handelt sich dabei nur um einen kleinen Eingriff. Nach zwei Wochen sollte ich wieder einsatzfähig sein.

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