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Casey Stoner folgte Livio Suppo vor zwei Jahren ins Honda-Werksteam © Honda

Der HRC-Marketingdirektor kritisiert die Darstellung von Casey Stoner und hat Hoffnung, dass sich sein Schützling noch nicht endgültig im Ruhestand befindet

Zwischen 2006 und 2012 hat Casey Stoner die MotoGP bereichert. Der Australier holte sich bereits in seinem zweiten Jahr in der Königsklasse den Titel und war seit langer Zeit der erste Champion, der nicht auf einer japanischen Maschine saß. Der Triumph mit Ducati ging in die Geschichte der MotoGP ein. Bis heute konnte kein anderer Ducati-Pilot die Erfolge von Stoner bestätigen.

"Casey war so unglaublich schnell. Zu Beginn haben die Leute sein Talent nicht anerkannt. Jeder dachte, dass er schnell war, weil es an der Ducati und den Bridgestone-Reifen lag. Doch er war es, der den Unterschied ausgemacht hat", erklärt Livio Suppo den Kollegen von 'Motor Cycle News'. Suppo war es, der Stoner Ende 2006 zu Ducati holte und vier Jahre später den Transfer zu Honda einfädelte.

Suppo sollte beide Male richtig liegen. 2007 dominierte Stoner die MotoGP mit der weiterhin zickigen aber dafür zweifellos schnellen Desmosedici. Kritiker behaupten, der Titelgewinn war einzig auf die Leistung der ersten 800er-Ducati und die überlegenen Bridgestone-Reifen zurückzuführen. Das möchte Suppo so nicht stehen lassen: "Loris (Capirossi; Anm. d. Red.) hatte das gleiche Motorrad und konnte nicht mit Casey mithalten. Im Jahr davor hatte er noch um den Titel gekämpft."

"Je weiter seine Karriere voranschritt, desto mehr haben die Leute realisiert, wie schnell er ist. Die meisten Leute begreifen es erst jetzt. Doch nun ist es zu spät. Sie werden ihn vermissen", prognostiziert der HRC-Marketingdirektor, der auch bei Stoners zweitem MotoGP-Titel 2011 dabei war.

Noch vor Stoners Rücktritt gab es Gerüchte, dass sich der introvertierte Australier womöglich nur eine Auszeit nimmt und nach ein oder zwei Jahren wieder zurückkehrt. Diese Theorie schließt auch Suppo nicht aus. "Niemand weiß, was die Zukunft bringen wird. Casey musste eine Pause einlegen. Er ist schon so lange im Rennsport dabei und braucht deshalb Erholung", analysiert er.

"Momentan sieht es so aus, als ob er seine Karriere beendet hat. Doch vermutlich denkt er bereits nach einem Jahr anders darüber. Er ist der einzige, der das weiß", schildert Suppo. "Wenn er seinen Ruhestand genießt, dann ist es gut. Doch wenn nicht, dann hoffe ich, dass er es sich eingesteht und zurückkommt."

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