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Bei den Tests hatte Ben Spies noch kein besonders gutes Gefühl für die Ducati © Pramac

Ducati-Neuzugang Ben Spies möchte mit der schwächelnden Desmosedici das Vorjahr vergessen machen - Untersteuern derzeit größtes Problem

Ob es die richtige Entscheidung ist, nach einem katastrophalen Jahr auf dem Weltmeister-Motorrad zum klar zurückliegenden Ducati-Team zu wechseln, um dort die Vorsaison vergessen zu machen, darf man bezweifeln. Doch Ben Spies stellt sich dieser Herausforderung und wirkt nach wie vor recht entschlossen, wenn da die immer noch schmerzende Schulter nicht wäre. Die Vorsaison musste der US-Amerikaner mit halber Kraft meistern. Das Kennenlernen des neuen Arbeitsgeräts wurde dadurch erschwert.

"Mich zu Dingen anzutreiben, die noch nie jemand zuvor getan hat oder einfach nur in Bewegung zu bleiben - das sind Herausforderungen für mich. Das vergangene Jahr war hart. Wir hatten viele technische Probleme. Zudem habe ich zu viele Fehler gemacht, weil ich diese Probleme hatte und zu viel wollte. Ich bin einfach nicht so gefahren, wie ich es sonst tat. Es war ein Horror-Jahr", blickt Spies im Gespräch mit 'Motor Cycle News' zurück.

"Wenn man bis ins Jahr 2000 zurückblickt, dann war das mein schlimmstes Jahr. Es gibt kein Jahr, dass nur annähernd so schlimm war", bemerkt der Pramac-Pilot. "Ich muss mich langsam davon erholen und wieder dort hinkommen, wo ich hingehöre." Dass Ducati momentan nur dritte Kraft ist, weiß der ehemalige Yamaha-Werkspilot, der 2011 immerhin ein Rennen gewinnen konnte.

"Man kann es positiv und negativ betrachten. Einige waren gut, wie Casey und Capirossi. Gibernau hatte auch gute Ergebnisse, doch es ist schwierig zu beurteilen, weil es ein anderes Motorrad war. Im Moment kann ich mich nur auf die Arbeit konzentrieren, um das Motorrad besser zu machen", schildert der ehemalige Superbike-Weltmeister. "Das Paket ist im Moment nicht das Paket, das wir brauchen, um an der Spitze mitzumischen."

Dass Valentino Rossi bei Ducati scheiterte, führt Spies auf die fehlende Unterstützung von Ducati zurück. "Valentino ist statistisch der beste Fahrer. Es wurde deutlich, dass es bei der Arbeit mit dem Motorrad Grenzen gibt. Er ist ein toller Racer, aber kein Ingenieur. Burgess ist ein großartiger Crewchief, doch man kann das Motorrad nicht konstruieren, wenn nicht die besten Ingenieure daran arbeiten", berichtet er und hofft auf die Unterstützung und das Wissen von Audi.

Das Untersteuern ist auch 2013 das größte Problem der Desmosedici. "Wir wissen nicht, ob es an der Gewichtsverteilung liegt. Alle Fahrer beschweren sich über Chattering. Es ist ein anderes Chattering als ich es zuvor erlebte. Es könnte also sein, dass es an Grip mangelt, um das Motorrad umzulegen", grübelt Spies, der betont, dass diese Schwachstelle dringend gelöst werden muss, da es ein Problem ist, mit dem man nicht leben kann.

Doch bis dahin ist der Weg noch weit. Spies fordert Geduld: "Die Leute vergessen, dass Ducati noch nicht so lange mit einem Aluminium-Rahmen arbeitet. Die Japaner haben etliche Jahre Erfahrung mit dem Umgang mit Aluminium. Es muss also noch viel gelernt werden", so der US-Boy.

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