Stefan Bradl erlebt in Mugello ein schmerzhaftes Wochenende, das seine Chancen auf eine Zukunft bei Honda weiter schmälert.

[kaltura id="0_qwfvhl8a" class="full_size" title=""]

Mugello/München - Stefan Bradl fehlten die Worte.

Die unfreiwilligen Flugeinlagen beim Großen Preis von Italien zeigten Wirkung. "Ich bin sprachlos. Heute Morgen ein 360er und heute Nachmittag ein 180er-Backflip", sagte der Zahlinger nach seinem Sturz-Festival von Mugello.

Gleich dreimal erwischte es den 24-Jährigen am Rennwochenende, zweimal wurde er dabei heftig durch die Luft gewirbelt. Bradl macht in der MotoGP eine schwierige Zeit durch (DATENCENTER: WM-Stand MotoGP).

Schreckliche Bilder

Es sind immer wieder schreckliche Bilder, wenn Motorrad-Rennfahrer unkontrolliert, bewegungslos wie Puppen von den Maschinen fliegen. Gefühlt vergeht eine Ewigkeit bis zum Aufprall auf dem Asphalt. So war es auch auf der sechsten WM-Station, als Bradl mehrmals aus dem Sattel gehoben wurde.

Bislang hat der frühere Moto2-Weltmeister in seiner Karriere nur selten dafür gesorgt, dass den Zuschauern an der Strecke der Atem stockte. Diesmal war es ganz anders.

"Null Punkte und eine Menge Schmerzen"

"Ich verlasse Italien mit null Punkten und einer Menge Schmerzen", lautete das bittere Fazit des Honda-Piloten. "Unverletzt" sei er geblieben, teilte sein italienisches LCR-Team nach dem Heimrennen mit. Lediglich "ein paar Prellungen" habe sich der Fahrer zugezogen. Kleinigkeiten bedeutet das im MotoGP-Zirkus.

Also kaum der Rede wert. Bradl hat viel Glück gehabt. Das ist dann aber auch schon die einzige gute Nachricht vom Italien-GP, für den Bradl in den Angriffsmodus geschaltet hatte.

Zurückschlagen wollte der einzige Deutsche in der Königsklasse und ein besseres Ergebnis erzielen als zwei Wochen zuvor in Le Mans (7.). Mugello schien dafür genau das richtige Pflaster zu sein, 2012 und 2013 war Bradl dort jeweils Vierter geworden.

Drei Stürze in drei Tagen

Die Hoffnungen zerstoben im Kiesbett. Im freien Training am Freitag erwischte es Bradl bei 160 km/h. Sonntagvormittag klappte ihm im Warm-up das Vorderrad ein, per Highsider ging es im hohen Bogen von der RC213V, nach einer Untersuchung im Medical Centre gab es grünes Licht für das Rennen.

Dann wurde es ganz bitter. Bradls Motorrad wurde in Runde vier nach einem Sturz des Briten Cal Crutchlow von dessen Ducati erwischt, der Pechvogel flog unverschuldet ab und musste frühzeitig aufgeben.

"Sein Bike kreuzte die Fahrbahn, und ich hatte einen weiteren großen Crash", so Bradl, "ich möchte das Wochenende so schnell wie möglich vergessen."

[kaltura id="0_8eqskk3c" class="full_size" title="Video Das Sturzdrama von Stefan Bradl"]

Schlechte Karten

Das dürfte nicht einfach werden, denn der zweite "Nuller" nach dem Ausfall beim Auftakt in Katar verschlechtert die Position im Kampf um eine Weiterbeschäftigung beim Rennstall des früheren Fahrers Lucio Cecchinello (44) weiter.

Es hilft wenig, dass er unschuldig war. Bradl muss liefern, um 2015 in sein viertes Jahr beim Honda-Satellitenteam gehen zu dürfen. "Mehr Podestplätze" lautete die Vorgabe für 2014, nachdem es Bradl in der vergangenen Saison zum ersten und bislang einzigen Mal als Zweiter von Laguna Seca/USA aufs Treppchen geschafft hatte.

Bisher konnte der WM-Achte (39 Punkte) die Erwartungen nicht erfüllen - Vierter, Fünfter, Zehnter und Siebter wurde Bradl bei seinen Zielankünften.

Bei den kommenden Rennen in Barcelona/Katalonien (15. Juni), Assen/Niederlande (28. Juni) und auf dem Sachsenring (13. Juli) geht es um viel. Cecchinello wird genau hinschauen.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel