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Cal Crutchlow hat sich bei Ducati bisher nicht in Szene setzen können © FGlaenzel

WM-Platz 16 und keine Spitzenplätze: Wackelt der Platz von Cal Crutchlow im Ducati-Werksteam? - Der Brite weiß, dass er dringend Ergebnisse braucht

Cal Crutchlow wollte schon für 2013 zu Ducati wechseln, doch die Italiener entschieden sich damals für Andrea Dovizioso und für einen Verbleib von Nicky Hayden. Haydens Zeit im italienischen Werksteam lief schließlich Ende 2013 ab und Crutchlow kam zum Zug. Der Brite wollte nach seiner Zeit bei Tech-3-Yamaha unbedingt für ein Werksteam fahren. Bei Honda und Yamaha war kein Platz für ihn, Suzuki kommt erst im nächsten Jahr. Somit ist Crutchlow seit dieser Saison Ducati-Werksfahrer. Eine Erfolgsgeschichte ist es bisher nicht.

In Austin verletzte sich der Brite an der rechten Hand und musste anschließend Argentinien auslassen. Seine rechte Hand ist bis heute noch nicht komplett verheilt. Abgesehen von dieser Verletzung fielen die Ergebnisse bisher mehr als ernüchternd aus. Crutchlow hat 15 WM-Punkte auf dem Konto, während Dovizioso schon 63 Zähler hat. Auch Andrea Iannone hat mehr als doppelt so viele Punkte wie Crutchlow gesammelt.

Platz sechs beim Saisonauftakt in Katar ist seine bisher beste Platzierung. Auch wenn klar ist, dass Ducati derzeit nicht aus eigener Kraft gewinnen kann, zeigt Dovizioso, dass solide Ergebnisse mit positiven Überraschungen möglich sein können. Fragen über Crutchlows Verbleib bei Ducati werden im Fahrerlager immer lauter. "Meine Karriere ist jetzt und man sieht als Motorradrennfahrer nicht weiter voraus, als bis zum nächsten Rennen, geschweige denn bis zum nächsten Jahr."

"Ich muss jetzt gute Ergebnisse holen. Klarerweise sind die Ergebnisse nicht da, und wir müssen das Motorrad so rasch wie möglich verbessern", antwortet Crutchlow auf seine Zukunft befragt. "Ich sage nichts anderes als die anderen Fahrer. Ich fühle mich aber mehr behindert, weil ich im Vorjahr auf anderem Material gesessen bin. Die anderen Fahrer denken, dass die Situation etwas besser als im Vorjahr ist."

Bei Ducati laufen die Verträge aus. Dovizioso will bis Assen seine Zukunft entschieden haben. Er wird wahrscheinlich bei Ducati bleiben und sich nicht bei Suzuki auf ein neues Abenteuer einlassen. Iannone macht keinen Hehl daraus, dass er von Pramac ins Werksteam aufsteigen will. Wie sehen Crutchlows Optionen aus? "Meine Position ist unverändert. Ich bin zu Ducati gegangen, weil ich mit Ducati Geschichte schreiben will. Ich möchte vorne mitkämpfen, aber im Moment ist das Motorrad nicht konkurrenzfähig dafür."

"Über die Jahre glaube ich, dass ich für meine Karriere gute Entscheidungen gefällt habe." Crutchlow kam als Supersport-Weltmeister ins Yamaha-Superbike-Team. Nach einer Saison schaffte er den Sprung in die MotoGP zum Satellitenteam Tech 3. "Es liegt aber nicht nur an mir. Es liegt an den Informationen, die ich habe. Manchmal muss man auch pokern", setzt der 28-Jährige fort. "Ich habe überall gepokert, von der BSB, in die Supersport-WM und mit meinem raschen Wechsel von der Superbike-WM in die MotoGP."

"Ich bin Risiken eingegangen und sie haben sich ausgezahlt. Ich glaube, dass Ducati einen Weg finden wird. Ich weiß aber nicht wann. Man muss 2016 auch aus dem Blickwinkel betrachten, dass der Reifenpartner mit Michelin neu sein wird. Ich glaube, dass ich in einer starken Position bin, aber nicht auf der Strecke, denn ich bin nur 15. Die Situation hat sich für Ducati seit dem Vorjahr verbessert, aber nicht nicht für meine Karriere. Meine Karriere war auf dem aufsteigenden Ast, was sie jetzt nicht ist."

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