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Valentino Rossi will bei der Abstimmung einen anderen Weg einschlagen © Yamaha Motor Racing Srl

Valentino Rossi zweifelt, ob er Marquez in Barcelona schlagen kann - Der Yamaha-Werksfahrer ist mit seinem Training nicht zufrieden und sucht einen neuen Weg

Kann Valentino Rossi in Barcelona die Siegesserie von Marc Marquez beenden? Zumindest nach dem Freitagstraining sah es so aus, dass Yamaha und Marquez auf Augenhöhe agieren. "Ohne Zweifel sind Le Mans, Mugello, Barcelona und Assen gute Strecken für die M1. In diesem Jahr hat Marc aber gezeigt, dass die Honda überall schnell ist", meint Rossi. "Es ist schwierig zu sagen, ob wir ihn schlagen können."

"Ich glaube, dass wir überall konkurrenzfähig sein können. Hier ist es nach dem Training aber schwierig zu sagen. Das Bild wird erst nach dem Qualifying klarer." Vor allem die Hitze beeinflusste das Freitagstraining, weshalb es für das Rennen noch viele Fragezeichen gibt. "Es war für alle ein sehr schwieriges Training, weil die Bedingungen sehr hart waren. Bei dieser Temperatur ist es körperlich, aber auch für das Motorrad und die Reifen anstrengend, am Limit zu fahren. Nach einigen Runden rutschen die Reifen aufgrund der hohen Temperaturen stark."

"Außerdem ist der Zustand der Strecke schwierig. Der Asphalt ist alt, es gibt viele Bodenwellen und kaum Grip. Das machte es vor allem am Nachmittag bei 50 Grad schwierig", seufzt Rossi, der zum letzten Mal im Jahr 2009 in einem geschichtsträchtigen Finale gegen seinen Yamaha-Teamkollegen Jorge Lorenzo in Barcelona gewonnen hat. Ob Rossi auch diesmal in einer spannenden letzten Runde eine Rolle spielen wird, ist noch ungewiss.

Zufrieden ist der Italiener mit seinem Freitagstraining nicht. "Mit meiner Pace und meiner Position bin ich nicht zufrieden, weil die Abstimmung meines Motorrades nicht gut ist. Nach dem Vormittagstraining haben wir einen Weg verfolgt, der sich in der Hitze aber nicht als richtig herausgestellt hat. Vor allem am Kurveneingang hatte ich Mühe. Wir müssen schneller fahren. Morgen werden wir die Abstimmung verändern und einen anderen Weg einschlagen. Abgesehen davon war es ein wichtiges Training, denn wir haben alle Hinterreifen ausprobiert."

In Katar versuchte es Rossi gegen Marquez vergeblich, zuletzt in Mugello konnte Lorenzo den Honda-Fahrer in der letzten Runde nicht schlagen. "In Katar war der Unterschied, dass Marc den Sieg etwas mehr als ich wollte", gibt Rossi im Rückblick zu. "Ich war glücklich, dass ich überhaupt vorne dabei war, denn im Training war ich nur Zehnter. Aus diesem Grund konnte mich Marc in Katar schlagen. Es sieht aber so aus, dass er für die letzte Runde einen kleinen Vorteil in der Hinterhand hat. Ich muss also einen Weg finden, auch diesen kleinen Vorteil in der letzten Runde zu haben, damit ich Marc schlagen kann. Es gibt dafür aber keine bestimmte Strategie."

Ein wesentliches Manko der Yamaha im Vergleich zur Honda ist seit Monaten die Bremsphase. Mittlerweile macht Yamaha in diesem Bereich aber Fortschritte. Es ist ein komplexes Thema, wie Rossi erläutert: "Die Bremse hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Über viel Jahre war das große Problem, wenn das Hinterrad in die Höhe steigt."

"Aufgrund verschiedener Einstellungen ist das Hinterrad mehr auf dem Boden. Die Motorbremse hilft viel, denn sie arbeitet viel besser als vor fünf Jahren. Alle Fahrer haben ihren eigenen Stil. Ich bin zum Beispiel zu Beginn aggressiver als Jorge. Man muss aber so spät wie möglich bremsen können. Die Hinterradbremse verwende ich kaum, nur am Kurveneingang, um besser einlenken zu können."

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