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Dani Pedrosa schnappte sich in Barcelona seine erste Pole-Position in dieser Saison © Repsol

Pole-Serie gebrochen: Marc Marquez stürzt im Qualifying in Barcelona - Sein Honda-Teamkollege Dani Pedrosa erobert den besten Startplatz - Stefan Bradl Vierter

Nach der vernichtenden Niederlage bei der Fußball-WM gegen die Niederlande rückten die Motorradfahrer das Bild für die spanischen Sportfans wieder gerade: Honda-Werksfahrer Dani Pedrosa eroberte die Pole-Position für den Grand Prix von Katalonien auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya und setzte der Serie seines Teamkollegen Marc Marquez ein Ende. Der Weltmeister stand bei allen bisherigen sechs Rennen auf dem besten Startplatz, doch diesmal endete sein letzter Angriff mit einem Sturz.

Pedrosa hatte sich schon davor mit 1:40.985 Minuten an die Spitze gesetzt und auch Yamaha-Werksfahrer Jorge Lorenzo überholte Marquez. Sein Sturz in Kurve eins setzte schließlich den Schlusspunkt unter das Qualifying. Zum ersten Mal seit genau einem Jahr an gleicher Stelle steht Pedrosa wieder auf dem besten Startplatz. "Es ist etwas ganz Besonders, wieder auf Pole zu stehen", freut sich der Routinier, der bisher ganz im Schatten von Marquez stand.

"Ganz besonders, weil es hier vor meinen Fans und meiner Familie ist. Außerdem war es eine wirklich lange Zeit. Ich hatte auf dem ersten Reifen schon ein gutes Gefühl und konnte auch im zweiten Versuch ziemlich gut pushen. Ich wollte keine Fehler machen. Tatsächlich macht ich zwar einen, aber ich konnte trotzdem eine gute Rundenzeit hinlegen. Jetzt konzentrieren wir uns auf morgen und wollen den Fans ein gutes Rennen bieten."

Lorenzo forderte das Honda-Duo heraus und war nur um 0,115 Sekunden langsamer als Pedrosa. Zum dritten Mal in diesem Jahr wird Lorenzo in der Mitte der ersten Startreihe stehen. "Im vierten Training hatte ich eine gute Rennsimulation. Wir haben ein gutes Setup gefunden, denn hier ist der Asphalt viel rutschiger und unebener als in Mugello", denkt Lorenzo an seine Rennchancen. "Es ist schwierig, da ein stabiles Motorrad zu haben, besonders beim Beschleunigen."

"Aber wir haben es mehr oder weniger geschafft. Wir haben aber noch Luft nach oben. Im Qualifying wollte ich dann einfach eine perfekte Runde hinlegen. Ich denke, dass meine Rundenzeit auch ziemlich gut war. Der zweite Platz ist ein guter Platz für morgen. Wir werden sehen, ob wir wie in Mugello um den Sieg kämpfen können."

Marquez verspielt seine Chance

Marquez verfolgte eine andere Taktik als seine Gegner und fuhr in den 15 Minuten zweimal die Boxen an. Nach seiner ersten Runde war er noch Schnellster, dann zog Pedrosa vorbei und zu Beginn des letzten Angriffs purzelte der sechsfache Saisonsieger in Kurve eins ins Kiesbett. "Ich möchte mich beim Team entschuldigen, denn es war komplett mein Fehler. Ich wusste, dass es die letzte Runde war, und habe gemerkt, dass ich zu spät bremste."

"Ich versuchte, die Kurve trotzdem zu bekommen, aber das war nicht möglich", berichtet Marquez seinen ersten entscheidenden Fehler in diesem Jahr. Trotzdem ist er der Favorit für den Sieg: "Im vierten Training war unsere Pace gut, ich fühlte mich auf dem Motorrad sehr gut. Auch im Qualifying fühlte ich mich gut, aber leider haben wir es nicht auf die Pole-Position geschafft. Aber wir stehen in der ersten Reihe und sind bereit für morgen. Es wird ein hartes Rennen werden, denn Lorenzo und Dani haben ebenfalls eine gute Pace."

Hinter den drei Werksfahrern eroberte Stefan Bradl (LCR-Honda) den vierten Startplatz in der zweiten Reihe. Sein Rückstand auf die Spitze betrug 0,235 Sekunden. Ein mühsames Qualifying erlebte wieder einmal Valentino Rossi. Der zweite Yamaha-Werksfahrer befand sich lange auf Platz zehn und schaffte mit seiner letzten Runde noch den Sprung auf Rang fünf. Die zweite Reihe komplettierte Aleix Espargaro (Forward-Yamaha), der mit dem weichen Open-Reifen keine Sensations-Pole erobern konnte.

Ducati steht nicht in den ersten beiden Reihen. Andrea Dovizioso wurde mit einem Rückstand von 0,352 Sekunden Siebter. Dahinter folgten Bradley Smith (Tech-3-Yamaha) und Yonny Hernandez (Pramac-Ducati). Für Hernandez war Platz neun mit Abstand das beste Qualifying-Ergebnis der Saison.

Die Positionen zehn bis zwölf gingen an Pol Espargaro (Tech-3-Yamaha), Andrea Iannone (Pramac-Ducati) und Alvaro Bautista (Gresini-Honda). Bautista setzte sich in Q1 durch, stürze in Q2 aber per Highsider. Zunächst legten ihn die Streckenposten auf eine Trage, dann kehrte Bautista aber mit einem Moped zurück an die Box. Er konnte aber nicht mehr weiterfahren und wurde Zwölfter und Letzter.

Crutchlow scheidet in Q1 aus

Drei Fahrer galten als Anwärter auf die ersten beiden Plätze, die den Einzug ins Q2 bedeuteten: Bautista, Iannone und Crutchlow. Einer davon würde ausscheiden. Bei Halbzeit wurden plötzlich die Regenfahnen geschwenkt, wobei es nicht anfing richtig zu regnen. Bautista befand sich zu diesem Zeitpunkt noch ohne Runde an der Box, denn er wollte nur am Ende einen Angriff fahren und Reifen fürs Q2 sparen.

Die Taktik von Bautista ging auf, denn er stellte mit 1:42.163 Minuten die Bestzeit auf. Spannend wurde es in den Schlussminuten im Ducati-Duell Iannone gegen Crutchlow: Iannone hielt den zweiten Platz, während Crutchlow in seiner letzten Runde eine halbe Sekunde finden musste. Das schaffte der Brite nicht und blieb als Dritter hängen. Somit wird Crutchlow am Sonntag von Startplatz 13 aus der fünften Reihe starten. Daneben werden sich Scott Redding (Gresini-Honda) und Ducati-Testfahrer Michele Pirro aufstellen.

Die Startplätze 16 bis 18 in Reihe sechs gingen an Nicky Hayden (Aspar-Honda), Colin Edwards (Forward-Yamaha) und Karel Abraham (Cardion-Honda). Die Positionen in Reihe sieben holten sich Broc Parkes (PBM), Hiroshi Aoyama (Aspar-Honda) und Michael Laverty (PBM). Von ganz hinten werden die beiden Avintia-Fahrer Hector Barbera und Mike di Meglio sowie Michel Fabrizio (Ioda) losfahren. Der Grand Prix über 25 Runden startet am Sonntag um 14:00 Uhr MESZ.