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Blick auf die letzte Schikane: Assen ist ein traditionsreicher Kurs © FGlaenzel

Die älteren Fahrer schwärmen vom alten, langen Kurs in Assen - Die jüngeren Fahrer finden den aktuellen Kurs okay, aber er entspricht einer gewöhnlichen Strecke

Assen - die "Dutch TT" gilt als Mekka für alle Motorradfans und ist auch als die "Kathedrale" des Motorradsports bekannt. Das Rennen wurde zum ersten Mal im Jahr 1925 ausgetragen und führte über normale Landstraßen. Schließlich wurde 1955 eine permanente Rennstrecke mit einer Länge von sieben Kilometern gebaut. Sie gilt als klassisches Assen-Layout. Berühmt waren auch die überhöhten Kurven, wodurch die Fahrer deutlich schneller als auf gewöhnlichen Strecken fahren konnten. Der letzte Umbau fand 2006 statt. Dabei wurde das Layout auf die heutigen 4,5 Kilometer verkürzt.

Trotz des Umbaus hat Assen das besondere Flair behalten, obwohl viele Fans und Fahrer dem alten, langen Kurs nachtrauern. "Assen ist ein ganz besonderer Ort. Ich war sowohl mit den 125ern, als auch mit den 250ern, als auch mit den 500ern auf der alten Strecke am Start", blickt Valentino Rossi auf seine lange Karriere zurück. "Seit dem Umbau im Jahr 2006 macht der Kurs nicht mehr ganz so viel Spaß wie vorher, aber es ist immer noch eine tolle Rennstrecke. Ganz besonders gilt das für das letzte Teilstück, das sehr schnell ist."

Auch Andrea Dovizioso schwärmt von dem alten Kurs: "Ich kenne die alte Strecke noch aus eigener Erfahrung und muss sagen, sie war einfach nur richtig gut. Sie unterschied sich komplett von allen anderen Strecken im Kalender. Die Kurven waren leicht überhöht. Vor allem der erste Teil der Runde war genial. Es war schwierig, die Linie richtig zu treffen. Runde für Runde konstante Zeiten zu fahren, war alles andere als einfach."

Honda-Pilot Dani Pedrosa feierte auf der alten Variante im Jahr 2002 seinen ersten Grand-Prix-Sieg "Das alte Layout war einfach klasse", aber viele jüngere Fahrer sind nur auf dem neuen kurzen Kurs gefahren. "Das alte Layout war speziell für Motorräder konzipiert. Die aktuelle Variante hingegen ist eine normale Rennstrecke", meint Marc Marquez. "Als ich anfing, war sie schon da. Ich kenne also nur die aktuelle."

"Am besten gefallen mir die schnellen Kurven im zweiten Teil der Runde. Wenn ich mir die alte Strecke so anschaue, dann fällt auf, dass es früher nur diese schnellen Kurven gab. Deshalb wäre ich gern einmal auf der alten Strecke gefahren. Leider ist das nun nicht mehr möglich." Auch Stefan Bradl ist nie auf dem alten Kurs gefahren: "Ich war im Jahr 2005 mit der Europameisterschaft hier", erinnert sich der Deutsche zurück. "Damals mussten wir die Kurzanbindung fahren."

"Es war eine ähnliche Variante der Strecke wie wir sie heute fahren. Das war schade, denn so konnte ich die alte Strecke nicht selbst befahren. Ich kann mich aber noch gut an die 500er-Rennen erinnern, die ich damals im Fernsehen verfolgt habe." Ganz pragmatisch sieht es Pol Espargaro. Der Spanier kann die "Aufregung" um das Layout nicht nachvollziehen. "Das Besondere aus meiner Sicht ist, dass die Strecke nichts Besonderes ist."

"Meiner Meinung nach ist es eine normale Strecke. Es gibt keine harten Bremszonen, keine extremen Beschleunigungsstücke und auch keine abrupten Richtungswechsel. Wenn es etwas Besonderes an Assen gibt, dann das: Wenn du hier flüssig und gleichmäßig fährst, dann bist du auch schnell", hält er fest. "Auf der alten Strecke bin ich nie gefahren. Viele sagen, dass sie besser war als die aktuelle Variante. Ich kann dazu aber nichts sagen, weil ich wie gesagt nie auf der alten Strecke gefahren bin."

Anders sieht es sein älterer Bruder Aleix: "Ich kenne die alte Strecke kaum noch. Mein erstes volles Jahr in der Weltmeisterschaft war 2005, das letzte vor dem Umbau. Ich weiß nur noch, dass der erste Teil der Runde wesentlich weitläufiger angelegt war als heute und deutlich schneller war. Rückblickend glaube ich, dass das alte Layout das bessere war. Doch auch heute unterscheidet sich der Kurs noch immer von allen anderen. Er macht einfach Spaß."

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