Stefan Bradl steht vor dem Heimspiel auf dem Sachsenring unter Druck. Er fährt für ein neues Arbeitspapier - und gegen das Formtief.

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Hohenstein-Ernstthal - Ein Jahr ist es her, da ließ Stefan Bradl die deutschen Fans am Sachsenring mit den ersten Führungskilometern in der MotoGP von einer Sensation träumen.

Es wurde nichts, der Zahlinger belegte am Ende Platz vier - und war enttäuscht.

Seitdem haben sich die Verhältnisse verändert: Der 24-Jährige wäre glücklich, wenn er am Sonntag (Training, Fr., ab 9 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) dieses Ergebnis wiederholen könnte.

"In dieser Saison ist es nicht einfacher geworden. Im Gegenteil, es ist schwieriger geworden", sagte der WM-Achte bei "motogp.com". Bradl steckt in einem Tief.

200.000 Zuschauer

Er weiß, dass er am Wochenende, wenn beim Großen Preis von Deutschland über drei Tage verteilt wieder um die 200.000 Zuschauer an die Strecke pilgern, wohl kaum ganz vorne mitfahren wird.

"Wir befinden uns momentan nicht in einer Position, in der wir aus eigener Kraft aufs Podium fahren können", meint der Honda-Pilot: "Dazu brauchen wir ein bisschen Glück."

Mit Glück ist das Pech der Konkurrenz gemeint. Denn nur, wenn mindestens zwei der großen Vier ausfallen oder straucheln, kann Bradl unter die Top 3 kommen.

Es fehlt an Konstanz

Ansonsten ist der Sprung aufs Treppchen kaum zu schaffen. "Die Werkspiloten von Honda und Yamaha sind ziemlich stark - sowohl vom Material her als auch fahrerisch", sagt Bradl. Es sei einfach schwierig, diese "als Satellitenfahrer zu schlagen".

Bradl fährt für LCR, ein italienisches Team aus der zweiten Reihe, das neue Teile immer etwas später erhält als der Werksstall.

Ein Nachteil, dazu fehlt dem einzigen Deutschen in der Königsklasse im dritten MotoGP-Jahr die Konstanz. Lichtblicke und Enttäuschungen wechseln sich ab.

Vorfreude bei Bradl:

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Top-Vier außer Reichweite

Der frühere Moto2-Weltmeister hat Probleme, den nächsten Schritt zu machen. Auch, weil die Spitzenfahrer regelmäßig ihre Klasse ausspielen.

Weltmeister Marc Marquez (200 Punkte) hat alle acht Saisonrennen gewonnen und fährt in einer eigenen Welt, auch die "Verfolger" Dani Pedrosa und Valentino Rossi (beide 128 Punkte) sind Rennen für Rennen schnell unterwegs.

Lediglich Rossis Yamaha-Teamkollege Jorge Lorenzo zeigt immer mal wieder Schwächen. So wie beim letzten Grand Prix in Assen, wo er bei schwierigen Verhältnissen als 13. noch hinter dem schwachen Bradl (10.) landete.

Noch kein neuer Vertrag

Auch darum hat der spanische MotoGP-Champion von 2010 und 2012 als einziger Fahrer der beiden japanischen Werksteams keinen Vertrag für 2015 in der Tasche. Pedrosa etwa verlängerte seinen jüngst bis 2016 (News).

Lorenzo muss sich beweisen, genau wie Bradl, dem auch ein neues Arbeitspapier fehlt.

"Es gibt viele Gerüchte im Fahrerlager. Nach dem Rennen in Deutschland wird in der Sommerpause einiges passieren", sagt Bradl. Am besten würde es ihm gefallen, wenn er weiter mit dem ihm so vertrauten Team arbeiten könnte.

Honda Racing entscheidet mit

"Es wäre meine erste Wahl, im Team zu bleiben. Ich fühle mich sehr wohl und denke, dass sie mit mir ebenfalls zufrieden sind", sagt er.

Allerdings kann LCR-Boss Lucio Cecchinello nicht allein entscheiden, Honda Racing redet mit. Bradl hat in jedem Fall ein wichtiges Rennen vor sich.

Vier Wochen wird nach der Abreise aus Sachsen nicht gefahren, er will beim Heimspiel allein deshalb einen guten Eindruck hinterlassen: "Ich muss auf der Strecke alles geben. Dann kommt der Rest von allein."

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