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Nasser Al-Attiyah und Timo Gottschalk führen die Rallye Dakar 2011 an © getty

Nach einem Sieg auf der 11. Etappe steht die deutsch-katarische Paarung vor dem Gesamtsieg. Carlos Sainz verliert viel Zeit

Chilecito/San Juan - Der Berliner Timo Gottschalk und sein Fahrer Nasser Al-Attiyah stehen kurz vor ihrem ersten Dakar-Sieg.

Nach dem Gewinn der 11. Etappe von Chilecito nach San Juan, die durch den Tod eines Einheimischen nach einem Verkehrsunfall mit einem Rallye-Teilnehmer überschattet wurde, kann sich das Duo auf den letzten beiden Teilstücken nur noch selbst schlagen.

Denn Teamkollege und Vorjahressieger Carlos Sainz (Spanien) büßte bei der Reparatur einer beschädigten rechten Vorderradaufhängung mehr als eine Stunde Zeit und damit alle Siegchancen ein.

Letztlich verlor er 1:14:50 Stunden auf Tagessieger Al-Attiyah. In der Gesamtwertung liegt der Spanier bereits 1:27:27 Stunden zurück.

58. Todesopfer der Rallye Dakar

Begonnen hatte der Tag für die komplette VW-Fahrercrew schon mit einer Schrecksekunde.

Während sie bei einem Crash ihres Minibusses mit dem Schrecken davongekommen sind, verlor ein 42 Jahre alter Einheimischer im argentinischen Tinogasta sein Leben, als er mit seinem Auto mit seinem verspäteten Landsmann Eduardo Osvaldo Amor zusammenprallte. Es war das 58. Todesopfer bei der Dakar.

De Villiers/von Zitzewitz auf Rang zwei

Für Al-Attiyah/Gottschalk war es der insgesamt vierte Etappensieg bei dieser Rallye, den sie mit 1:13 Minuten Vorsprung vor Rekordgewinner Stephane Peterhansel (Frankreich) im BMW X3 des X-raid-Teams aus dem hessischen Trebur herausfuhr.

Dritter wurden einen Tag nach ihrem ersten Etappensieg Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz (Südafrika/Karlshof), die 4:52 Minuten zurücklagen.

Damit schoben sich die Sieger von 2009 in der Gesamtwertung auf Rang zwei vor.

[kaltura id="0_fx0ktfzu" class="full_size" title="Ein Tag hinter den Kulissen"]

Der Rückstand von 51:49 Minuten auf Al-Attiyah/Gottschalk ist unter normalen Umständen auf den noch ausstehenden zwei Etappen und 736 Wertungskilometern aber nicht mehr aufzuholen.

"Wir können es jetzt ruhig angehen"

"Dadurch, dass Carlos heute ein Problem hatte, haben wir ganz gute Chancen, das nach Hause zu fahren. Wir können es jetzt ruhig angehen", sagte Gottschalk.

Bei den Motorrädern hat der Spanier Marc Coma 15:59 Minuten Vorsprung vor seinem KTM-Kollegen und Vorjahressieger Cyril Despres (Frankreich).

In der Tageswertung hatte Coma als Zweiter lediglich 2:11 Minuten auf Despres verloren.

VW-Wagen in Unfall verwickelt

Gegen 6.30 Uhr Ortszeit war der Minibus mit den VW-Piloten und Beifahrern auf dem Weg vom Hotel im argentinischen Chilecito ins Biwak von einem anderen Fahrzeug, das die Vorfahrt missachtet hatte, gerammt worden.

Die VW-Fahrer konnten das Fahrzeug aber weitgehend unverletzt verlassen und mit einem zweiten Bus die Fahrt ins Biwak fortsetzen.

"Wir können alle froh sein, dass dabei nicht mehr passiert ist", sagte VW-Motorsportdirektor Kris Nissen.

Kieferbruch und Kopfverletzungen

Der Busfahrer hatte bei Tempo 50 noch versucht, den Zusammenstoß zu verhindern.

Trotz des schnellen Ausweichmanövers wurde der Bus aber an der rechten Seite getroffen und kam dann links der Fahrbahn zum Stehen. Der Unfallgegner, der nach Auffassung der Polizei den Crash verschuldet hat, erlitt einen Kieferbruch und äußerliche Kopfverletzungen.

Er wurde in ein Krankenhaus eingeliefert und ist in einem stabilen Zustand.

Einheimisches Unfallopfer

Weniger glimpflich war rund 150 Kilometer entfernt ein anderer Unfall aus.

Um 6.10 Uhr kollidierte der 48 Jahre alte Argentinier Eduardo Osvaldo Amor, der bei seiner zweiten Dakar-Teilnahme noch auf dem Weg vom Ende der Wertungsprüfung ins Etappenziel in Chilecito war, in seinem Toyota mit dem Auto des Landarbeiters Marcelo Reales.

Der Veranstalter ASO schickte sofort einen Rettungshubschrauber an die Unfallstelle. Reales wurde in ein Krankenhaus gebracht, erlag dort aber seinen Verletzungen.

Die Staatsanwaltschaft hat bereits eine Untersuchung eingeleitet, Amor konnte seine Fahrt nicht fortsetzen.

Meier gibt auf

Dagegen durfte der siebenmalige deutsche Rallye-Meister Matthias Kahle den Weg nach San Juan antreten.

Der Kölner, als Gesamtzehnter bester Fahrer eines zweiradgetriebenen Autos, war erst um 01.00 Uhr nachts im Biwak angekommen, nachdem er wegen Elektrikproblemen an seinem Buggy liegengeblieben war und aus der Prüfung herausgeschleppt werden musste.

Die Hamburger Motorradpilotin Tina Meier hat dagegen wegen Nierenschmerzen das Rennen aufgegeben.

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