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Timo Gottschalk ist der dritte deutsche Dakar-Gewinner in den letzten neun Jahren © getty

Timo Gottschalk und Nasser Al-Attiyah gewinnen zum ersten Mal die Rallye Dakar. Der deutsche Beifahrer spricht über das Rennen.

Buenos Aires - Nach insgesamt 13 Etappen und mehr als 9500 Kilometern war es soweit.

Der Berliner Co-Pilot Timo Gottschalk gewann mit Fahrer Nasser Al-Attiyah zum ersten Mal die Rallye Dakar.

Nach einem zweiten Platz im Vorjahr hinter Carlos Sainz, ließ das VW-Duo den Spanier diesmal hinter sich.

Nach Andy Schulz (zuletzt 2003) und VW-Kollege Dirk von Zitzewitz (2009) ist Gottschalk der dritte deutsche Beifahrer, der die Rallye in den letzten neun Jahren gewonnen hat. Zudem feierte der deutsche Rennstall VW den dritten Dakar-Sieg in Folge. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Im Interview spricht der 36-Jährige über seine Gefühle beim Triumph, seine Rolle als Beifahrer und seine Ziele nach der Rallye.

Frage: "Ab wann waren Sie sich sicher, die Dakar 2011 gewonnen zu haben? Erst, als Sie über die Ziellinie gefahren sind?"

Timo Gottschalk: "Nein, eigentlich schon ein paar Kilometer vorher. Da wussten wir, dass jetzt eigentlich nichts mehr schiefgehen kann. Aber die Ziellinie ist schon so ein besonderer Ort. Wenn man da drüber fährt, weiß man: Jetzt ist man durch. Endlich!"

Frage: "Was war Ihr erster Gedanke?"

Gottschalk: "Weiß ich gar nicht mehr. Endlich vorbei, endlich geschafft. Einfach nur Erleichterung."

Frage: "Nach einem ersten gemeinsamen Jubel auf dem Autodach unmittelbar nach der Zieldurchfahrt waren Sie zunächst eher in sich gekehrt ..."

Gottschalk: "Ja, das ist meine Art. Ich bin nicht so ein Typ, der den Medienrummel braucht. Ich halte mich da gerne außen vor. Es ist im Motorsport ohnehin so, dass eh der Fahrer mehr gefragt ist und im Mittelpunkt steht. Das ist aber okay. Ich mache das mit mir aus und freue mich für mich selbst und mit meinem Team zusammen."

Frage: "Also schieben Sie Nasser Al-Attiyah vorne weg und machen selbst die Arbeit im Hintergrund?"

Gottschalk: "Genau, so ungefähr."

Frage: "Was war der Schlüssel dafür, dass es nach Platz zwei im Vorjahr für Sie in diesem Jahr geklappt hat?"

Gottschalk: "Es war für uns sehr wichtig und letztlich erfolgreich, nicht zu viel zu attackieren, sondern einfach zu versuchen, ein gutes Tempo zu fahren, Carlos Sainz unter Druck zu halten und ohne Fehler durchzukommen. Wir hatten in diesem Jahr nur einen Reifenschaden, im letzten Jahr waren es fünf oder sechs. Wir haben uns nicht festgefahren, wir haben uns nicht groß verfahren, haben wirklich alle Fehler von uns weggehalten - durch Konzentration und dadurch, ruhig zu bleiben. Ich glaube, das war der Schlüssel zum Erfolg."

[kaltura id="0_fx0ktfzu" class="full_size" title="Ein Tag hinter den Kulissen"]

Frage: "Was ist das Geheimnis, einen eigentlich sehr impulsiven Fahrer wie Nasser Al-Attiyah dazu zu bringen, ruhig und kontrolliert zu fahren?"

Gottschalk: "Ich dachte auch, dass ich mich mehr darum hätte bemühen müssen. Aber komischerweise war er von sich aus schon sehr bedacht und so klar im Kopf, dass er wusste: So ist unsere Strategie, der müssen wir folgen, nur so können wir gewinnen. Ich musste ihn gar nicht groß einbremsen oder daran erinnern. Das hat er von ganz alleine gewusst und gemacht."

Frage: "Sie sind der dritte deutsche Co-Pilot innerhalb von neun Jahren, der die Dakar gewinnt. Dirk von Zitzewitz ist nach seinem Sieg vor zwei Jahren diesmal Zweiter. Gibt es ein Geheimnis, dass deutsche Beifahrer bei dieser Rallye so gut abschneiden?"

Gottschalk: "Ich weiß nicht. Vielleicht ist es wirklich die deutsche Gründlichkeit und die deutsche Genauigkeit. Denn es ist in diesem Sport wirklich wichtig, dass man sich ganz sorgfältig auf den nächsten Tag vorbereitet. Wenn man das nicht macht, übersieht man oft Sachen, und das führt dann zu Fehlern, die viel Zeit kosten."

Frage: "Nach mehr als 9600 Kilometern in der Pampa, den Bergen und der Wüste: Worauf freuen Sie sich am meisten?"

Gottschalk: "Auf ein bisschen Ruhe zu Hause."

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