Die frühere Dakar-Siegerin Jutta Kleinschmidt hat in der Sex-Affäre um Volkswagen-Motorsportchef Kris Nissen schwere Vorwürfe erhoben.

"Für die sexuellen Übergriffe gibt es zahlreiche Zeugen. Alle diese Anschuldigungen sind korrekt. Es scheint unglaublich, dass niemand etwas davon mitbekommen haben will. Viele haben davon gewusst. Aber was sollten sie denn machen? Da hängen ganze Existenzen dran", sagte die 48-jährige Rallye-Pilotin in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" (Dienstagsausgabe).

Gegen den Dänen laufen derzeit bei VW interne Ermittlungen wegen schwerwiegender Vorwürfe der sexuellen Nötigung. Nissen soll nach dem Formel-3-Saisonfinale im November in Macau (China) in der Hotelbar einen weiblichen Gast beleidigt und an die Brust gefasst haben.

Außerdem sei der frühere DTM-Pilot noch gegen einen Mitarbeiter handgreiflich geworden, weil der sich geweigert habe, ihm ein Bier zu zahlen. Auch die schwedische Rallye-Co-Pilotin Tina Thörner hatte sich an den VW-Konzern-Vorstand gewandt und schwere Vorwürfe gegen Nissen erhoben.

Kleinschmidt, die von 2002 bis 2006 unter Nissen für VW fuhr, lässt kein gutes Haar an dem früheren DTM-Piloten: "Viele haben unter Nissen ihren Job verloren. Es reichte schon, wenn man zum falschen Zeitpunkt eine Zeitung gelesen hat. Er war unantastbar. Irgendwann haben alle nur noch den Mund gehalten und versucht, unbeschadet ihrem Job nachzugehen."

Sie habe sich als eine der wenigen Personen gewagt, ihm zu widersprechen. Das habe oft zu Ärger und schließlich zu ihrem Abschied geführt.

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