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Birgit Fischer holte acht Gold- und vier Silbermedaillen bei Olympischen Spielen © imago

Die 49-Jährige forciert ihre Comeback-Pläne für Olympia 2012. Der Kanu-Verband ist skeptisch und fordert "Taten" ein.

Köln - Die achtmalige Kanu-Olympiasiegerin Birgit Fischer wagt den Sprung ins kalte Wasser und macht bei ihren Comeback-Plänen für die Sommerspiele 2012 in London ernst.

"Ich habe ein paar Kilo zu viel und weder Kondition noch Kraft. Ich starte bei null, aber ich habe es schon zweimal geschafft", sagte die deutsche Rekord-Olympionikin.

Nach ihrer überraschenden Comeback-Ankündigung Mitte Juli hat die 49-Jährige inzwischen das Training aufgenommen.

"Bis März ziehe ich durch. Dann muss man sehen, ob ich die erforderliche Leistung bringen kann", sagte Kanu-Legende Fischer, die in London zum siebten Mal an Olympischen Spielen teilnehmen würde.

Verband will Leistung sehen

Beim Deutschen Kanu-Verband (DKV) steht man Fischers Plänen skeptisch gegenüber.

"Ihrer Ankündigung muss sie langsam Taten folgen lassen", sagte DKV-Sportdirektor Jens Kahl.

Wenn sie eine Verstärkung sei, sei sie aber gerne willkommen, meinte Kahl: "Sie hat einen starken Willen."

Fischer sind Normen unbekannt

Zunächst wird Fischer den Weltmeisterschaften im ungarischen Szeged (18. bis 21. August) als Zuschauerin einen Besuch abstatten, dann könnte es vielleicht auch zu einem Gespräch zwischen ihr und dem Verband kommen.

"Bisher hatte ich nur mit dem Präsidenten Thomas Konietzko Kontakt. Ich würde schon gerne mal erfahren, wie die Nominierungsrichtlinien sind", sagte die 27-malige Weltmeisterin Fischer.

Letzte Medaille 2005

Die zweifache Mutter weiß, wie man erfolgreich auf die internationale Bühne zurückkehrt.

Nach zwei Babypausen und Unterbrechung ihrer Karriere schaffte Fischer wieder den Anschluss an die Spitze.

Zuletzt war sie bei den Weltmeisterschaften 2005 um Medaillen gefahren und hatte in Zagreb zweimal Bronze gewonnen - dabei saß sie auch mit ihrer Nichte Fanny Fischer im Boot.

Wettkampf im April 2012

Die formalen Vorraussetzungen für ihr Comeback hatte Fischer mit der Meldung für das Trainingskontrollsystem der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) geschaffen.

Nun muss sie im sportlichen Bereich nachlegen, um bei der nationalen Olympia-Ausscheidung im April ihren großen Traum zu verwirklichen.

Das Kribbeln sei zwar manchmal weniger geworden, habe aber nie ganz aufgehört, sagt Fischer, die erlebnisorinetierte Kanu-Events und Personaltrainings für Wettkampfsportler anbietet.

Bei ihren Plänen lässt sich die Diplomsportlehrerin weder von Ärzten ("Schon als ich 41, 42 Jahre alt war, sagte man mir, dass ich es körperlich nicht mehr schaffe") oder möglichen abfälligen Kommentaren der Konkurrenz wie "jetzt spinnt sie ja völlig" beirren.

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