Rio de Janeiro 2016: Besser sein als London
Rio de Janeiro - Ein Brasilien der Farben und Rhythmen, stolz auf seine Wurzeln, aber auch auf seine Errungenschaften.
Diese Botschaft vermittelte der Gastgeber der Olympischen Sommerspiele 2016 am Sonntag bei der Übergabe des olympischen Banners im Rahmen der Abschlussfeier in London (DIASHOW: Bilder der Abschlussfeier).
"Wir wollen die Welt umarmen. Die Spiele von London werden uns dabei inspirieren", sagte Leonardo Gryner, Generaldirektor des lokalen Organisationskomitees.
Die am 5. August am Themse-Ufer symbolisch gestartete Countdown-Uhr zeigt noch 1451 Tage bis zu den Spielen in Rio de Janeiro an.
Kein leichtes Unterfangen
1451 Tage Zeit, um stimmungsvolle, sichere und gut organisierte Spiele auf die Beine zu stellen.
"Wir hoffen, es noch besser als London zu machen, aber wir räumen auch ein, dass dies kein leichtes Unterfangen wird", sagt Gryner ( FAZIT: ).
Die Cidade Maravilhosa, die wundervolle Stadt, lockt mit Postkartenmotiven wie dem Zuckerhut, der Copacabana und der gigantischen Christusstatue, dem Cristo Redentor.
Chicago, Tokio und Madrid ausgestochen
Vom 5. bis 21. August wird die Jugend der Welt zum ersten Mal in der olympischen Geschichte nach Südamerika gerufen.
Rio, in zwei Jahren auch Endspielort der Fußball-WM, hatte sich im Oktober 2009 gegen Chicago, Tokio und dann im entscheidenden Wahldurchgang gegen Madrid durchgesetzt.
Wettkampfstätten rechtzeitig fertig
Der Bürgermeister der Sechs-Millionen-Stadt sieht die Vorbereitungen auf einem guten Weg.
"Alle Arbeiten, die mehr als zweieinhalb Jahre in Anspruch nehmen, sind schon im Gange. Wir haben sogar ein bisschen Spielraum und können die Wettkampfstätten frühzeitig übergeben, sodass sie ausreichend getestet werden können", verspricht Eduardo Paes.
Havelange-Skandal belastet
Problemfälle gibt es aber auch. Das Velodrom, für die Panamerikanischen Spiele 2007 neu errichtet, entspricht nicht den IOC-Normen.
Ein Streit ist entbrannt: Abriss oder Umbau?
Kontrovers wird auch über die Leichtathletik-Arena diskutiert, seit offiziell bekannt ist, dass Namensgeber Joao Havelange in den Korruptionsskandal des Weltfußballverbandes FIFA um die ehemalige Sportmarketingagentur ISL verstrickt war.
"Er hat viel für den Sport geleistet. Ich sehe keinen Grund, den Stadionnamen zu ändern", sagte Gryner.
Ausgaben-Inflation vermeiden
Herkules-Aufgaben sind die Verdopplung der Hotelkapazität, der Ausbau der beiden Flughäfen und der Neubau eines Dopinglabors.
Paes will aber eine Inflation der Ausgaben wie bei den PanAm-Spielen vor fünf Jahren vermeiden. "Rio ist keine reiche Stadt. Unser primäres Anliegen ist es, der Stadt ein Vermächtnis zu hinterlassen", sagt der "Erste Bürger" Rios.
Steigerung bei Individualsportarten
Auch sportlich wollen die Gastgeber in vier Jahren glänzen, in einen Rausch wie die Briten werden sie aber wohl nicht verfallen.
"Wir wollen uns vor allem in den Individualsportarten steigern", sagte Gryner: "Ich bin mir sicher, dass wir bessere Ergebnisse erzielen werden."
Der Blick auf den Londoner Medaillenspiegel ist ernüchternd: Dreimal Gold, fünfmal Silber, neunmal Bronze - Platz 22 lautete die Ausbeute nach 302 Entscheidungen ( SERVICE: Medaillenspiegel).
30 Medaillen als Ziel
Als Gastgeber muss sich das ändern. "30 Medaillen sind ein aggressives, aber realistisches Ziel", sagt Marcus Vinicius Freire, Delegationsleiter des brasilianischen Teams in London.
Freire plant, die Ausbeute mindestens zu verdoppeln.
16 Talente schnupperten deshalb auf Kosten des NOK am Big Ben Olympialuft, sie schauten ins Athletendorf, sie begleiteten die Wettkämpfe aus der ersten Reihe, sie trafen sich mit Brasiliens Medaillengewinnern zum Erfahrungsaustausch.
Lernen von den Briten
Das Comite Olimpico Brasileiro hatte auch 150 Beobachter nach London entsandt, um den Briten bei allen organisatorischen Aufgaben auf die Finger zu schauen.
"Es ist unmöglich, von einer Ausgabe der Spiele für die nächste etwas zu kopieren. Aber die Organisationsdisziplin hier wird uns inspirieren", sagte Gryner, der mit dem eigens kreierten Projekt "Estadio Repleto" (volle Stadien) leere Sitzplätze wie bei den Wettbewerben in London vermeiden will.
WM als Vorlauf für Olympia
Der Klimagipfel "Rio+20" im vergangenen Juni, der Weltjugendtag der römisch-katholischen Kirche mit Papstbesuch 2013, dann 2014 die Fußball-WM, ein Jahr später die 450-Jahr-Feier der Stadt.
2016 dann die Sommerspiele als Höhepunkt. "Diese Veranstaltungen sind eine Chance, die Stadt zu ändern", sagte Paes.
"Paixao e Transformacao" - Leidenschaft und Wandel - so heißt deshalb das Motto der Spiele.
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