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Michael Vesper vom DOSB gestikuliert leicht grinsend
Michael Vesper ist Mitgleid bei der Partei Bündnis90/Die Grünen © getty

Der Olympische Sportbund hält an den kritisierten Zielvereinbarungen fest und will 2016 mehr Medaillen. Mehr Geld soll fließen.

München -Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hält an den während Olympia in London heftig kritisierten Zielvereinbarungen fest und will 2016 bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro erfolgreicher sein als 2012. Dafür bedürfe es aber auch einer Erhöhung der Förderung durch die Politik.

"Das Steuerungsmodell Leistungssport hat sich bewährt", sagte DOSB-Generalsekretär Michael Vesper am Dienstag in Frankfurt/Main: "Daran wollen wir weiter festhalten."

Über die Zielvereinbarungen habe sich nach den Worten eines Verbandspräsidenten eine "Phantomdiskussion" entwickelt.

Die Abmachungen zwischen Spitzenverbänden und DOSB hätten weder Vereinbarungen noch Medaillenprognosen auferlegt, sondern nur frühzeitig Potenziale identifiziert: "Dabei war sportfachlich jedem klar, dass sie sich nur teilweise in tatsächliche Medaillen umsetzen lassen", teilte das DOSB-Präsidium mit.

Rundumschlag vom Tisch

"Wir werden die Ergebnisse jetzt weiter analysieren und die Gespräche mit den Verbänden führen", sagte Vesper: "Wo waren Erfolge zu verzeichnen? Welche Konsequenzen muss man daraus ziehen? Da kann man keinen großen Rundumschlag machen." Bis März 2013 will der DOSB die Gespräche abgeschlossen haben.

Mehr Medaillen in Rio

In Rio sollen "die Zahl der Medaillen" übertroffen und der "Trend" fortgeführt werden, sagte Vesper: "Das geht aber nur, wenn wir die in London nicht erfolgreichen Sportarten wieder in die Medaillenränge zurückführen."

In London hatte das deutsche Team 44 Medaillen errungen. Dafür sollen die finanziellen Mittel weiter steigen. Dies sei vor allem wichtig, um "im Wettbewerb mit anderen Nationen" bestehen zu können. (SERVICE: Der Medaillenspiegel)

Deutschland soll investieren

Vesper fragte: "Welchen Wert misst die Gesellschaft dem Spitzensport bei?" Der DOSB glaube, dass der Sport eine "hohe Leistung" erbringt. Die führende Wirtschaftskraft Deutschland solle auch im Sport eine führende Rolle spielen, sagte Vesper: "Und muss dann auch entsprechend investieren."

Man wisse, dass die Zeiten schwierig seien, sagte er: "Natürlich sehen wir im Sport auch die haushaltspolitische Lage und die Eurokrise." Trotzdem müsse die Debatte mit der Politik geführt werden. Gerade während der Olympischen Spiele in London sei "sehr viel über den Wert des Sports und Spitzensports für die Gesellschaft" geschrieben worden.

Harte Gespräche kommen

Die Gespräche mit den Verbänden über die Verteilung der Mittel werden "hart sein und hart sein müssen", kündigte DOSB-Präsident Thomas Bach an: "Es ist ja jetzt schon zu sehen, wie die Verbände versuchen, sich in Position zu bringen und in der Offentlichkeit Ansprüche ankündigen." Jedoch könnten nicht allen Ansprüchen Rechnung getragen werden.

Abstand zu Franke geraten

In einem weiteren Beschluss riet der DOSB den Sportlern davon ab, sich von dem Erfurter Mediziner Andreas Franke behandeln zu lassen, der am Olympiastützpunkt Thüringen im Zentrum einer spektakulären Doping-Affäre stand.

Das DOSB-Präsidium empfahl dem Erfurter Olympiastützpunkt, den dort am 15. April 2011 suspendierten Mediziner nicht vor Jahresende 2020 erneut zu beschäftigen, der DOSB will Franke bis dahin auch nicht für eine Olympiamannschaft einsetzen. Auch die Mitgliedsverbände, sollten während dieser Zeit nicht mit Franke nicht zusammenarbeiten.

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