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Imke Duplitzer (l.) wurde 1999 und 2010 Europameisterin im Degen © imago

Nach dem Festhalten des DOSB am Förderkonzept und den umstrittenen Zielvereinbarungen erneuert die Fechterin ihre Kritik.

Berlin - Nach dem Festhalten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am bisherigen Förderkonzept und den umstrittenen Zielvereinbarungen hat die zweimalige Fecht-Europameisterin Imke Duplitzer ihre Kritik erneuert. (BERICHT: DOSB bleibt hart und will mehr Geld)

"Ich habe nicht ernsthaft damit gerechnet, dass sich etwas ändert. Es wäre ein Wunder gewesen", sagte Duplitzer anlässlich der Veröffentlichung ihres Buches "Helden Haft": "Man sieht, dass sie nicht wollen, und es zeigt, wie entfernt sie vom Sport sind."

Kein Gespräch bis dato

Zudem monierte die fünfmalige Olympiateilnehmerin, dass es bisher zu keinem Gespräch mit dem DOSB gekommen sei. "Es herrscht Funkstille", sagte die 37-Jährige.

Duplitzer hatte im Vorfeld der Olympischen Spiele in London in einem Interview zu einem verbalen Rundumschlag ausgeholt und sowohl das deutsche Sportsystem als auch die Führung des DOSB mit Präsident Thomas Bach und Generaldirektor Michael Vesper scharf angegriffen. (BERICHT: Duplitzer attackiert Funktionäre)

Danach hatten sich beide Parteien auf ein Gespräch geeinigt.

Weniger Steuern?

In die Diskussion um die Sportförderung unterbreitete die Degenfechterin einen neuen Vorschlag.

"Warum sollen bei Olympia erfolgreiche Sportler nicht im weiteren Verlauf ihres Lebens beispielsweise zwei Prozent weniger Steuern zahlen? Schließlich haben sie vier Jahre lang viel in ihren Sport investiert", sagte Duplitzer.

Zukunft offen

In der Frage, ob sie ihre sportliche Karriere fortsetzt, hat sich Duplitzer, die gleichzeitig auch Präsidentin ihres Vereins OFC Bonn ist, noch keine abschließende Meinung gebildet. "Es ist noch nichts entschieden."

In London war sie im Einzelwettbewerb in der zweiten Runde an der chinesischen Weltranglistenersten Sun Yujie gescheitert.

Im Teamwettbewerb landete die deutsche Mannschaft mit Duplitzer, der Silbermedaillengewinnerin Britta Heidemann und Monika Sozanska auf dem fünften Platz.