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Michael Vesper ist seit 2006 Generalsekräter des DOSB © getty

DOSB-Generalsekretär Vesper kann sich eine deutsche Bewerbung für 2022 vorstellen. Die Politik spielt dabei eine große Rolle.

Frankfurt/Main - Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat den Weg für eine erneute Olympia-Bewerbung frei gemacht, umso mehr steht nun die Politik in der Pflicht.

Einzig mit einer "Unterstützung, die über Regierungs- und Oppositionsgrenzen hinausgeht" hätte Deutschland eine Chance, erneut die Olympischen Spiele auszurichten, sagte DOSB-Generalsekretär Michael Vesper.

"Wichtig ist die klare Zustimmung auf allen politischen Ebenen."

Der DOSB betonte, das vor einer möglichen Bewerbung erst die Zustimmung der Bevölkerung einzuholen ist, die "Entscheidung über die Form und den Zeitpunkt der Beteiligung der Bürger" sei jedoch Aufgabe der Politik.

Olympia: "Positiver Einfluss aufs ganze Land"

Sowohl die Winterspiele in Vancouver 2010 als auch die Sommerspiele in London 2012 hätten "den positiven Einfluss auf eine Region und ein ganzes Land" bewiesen.

Im Herbst kommenden Jahres wolle der DOSB weitere Entscheidungen über eine mögliche Bewerbung treffen, sagte Vesper und übergab damit das Zepter des Handelns an die Politik.

Dann habe das Internationale Olympische Komitee (IOC) über die Vergabe der Olympischen Spiele 2020 entschieden, und es könne "verlässlicher beurteilt werden, welche Bewerbung in absehbarer Zeit aussichtsreich ist".

Neugewählte Parlamente wichtig für Finanzierung

Außerdem seien zu diesem Zeitpunkt sowohl die Bundestagswahl als auch - mit Blick auf die Winterspiele 2022 - die Landtagswahl in Bayern abgeschlossen.

"Die neu gewählten Palamente können dann die notwendigen Garantien geben und Aussagen über eine ausreichende Finanzierung machen", sagte Vesper.

In Bayern wird im am 15. September 2013 der Landtag gewählt, voraussichtlich am 15. Oktober ist Bundestagswahl.

Ude kündigt Bürgerentscheid an

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude hat bereits einen Bürgerentscheid über eine erneute Bewerbung für den 10. November 2013 angekündigt - vier Tage vor Ablauf der Anmeldefrist beim IOC.

"Der DOSB müsste bis zum 14. November 2013 per einfachem Brief die Absicht einer Bewerbung um die Olympischen Spiele 2022 bekunden", schrieb der DOSB:

"Er kann somit nach den Wahlen im Freistaat Bayern und im Bund, nach der Beteiligung der Bürger, nach dem bis dahin erfolgten Bekanntwerden der anderen Bewerber sowie nach der Entscheidung über den Austragungsort der Olympischen Spiele 2020 alle wesentlichen Gesichtspunkte abwägen."

Rückgriff aufs Konzept von 2018

Dabei würde der DOSB "auf das hoch anerkannte Konzept der Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2018 mit München, Garmisch-Partenkirchen und dem Berchtesgadener Land zurückgreifen".

Das endgültige Bewerbungsdokument muss erst im Januar 2015 abgegeben sein.