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Thomas Bach ist seit Mai 2006 Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes © imago

Der Kandidat fürs Amt des IOC-Präsidenten geht mit Friedrich hart ins Gericht, sieht die Ziele für in Rio in Gefahr.

Hamburg - Florett-Olympiasieger und DOSB-Präsident Thomas Bach hat mit schwerem Säbel attackiert und von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich unmissverständlich höhere finanzielle Zuwendungen eingefordert.

"Ansonsten sind unsere sportlichen Ziele 2016 in Rio nicht erreichbar. Es gibt dort mehr Wettbewerbe als je zuvor und auch mehr Konkurrenz. Und somit erheblichen Nachholbedarf", sagte Bach nach einer DOSB-Präsidiumsbesitzung in Hamburg.

Der 59-Jährige, der in der vergangenen Woche als erster Bewerber seine Kandidatur als IOC-Präsident bekanntgegeben hatte, strebt daher zügig Gespräche mit dem Bundesinnenministerium an: "Dabei wird es auch um die Bezahlung der Trainer gehen, die nicht ausreichend ist."

Bach kontert Friedrich

Friedrich hatte zuletzt die deutsche Wirtschaft aufgefordert, sich finanziell stärker für den Spitzensport zu engagieren, Bach konterte in der Hansestadt: "Zur Unterstützung unserer Athleten sind Viele aufgerufen, gerade auch der Bundesinnenminister."

Im Zuge seiner Bewerbung um die Nachfolge des amtierenden IOC-Präsidenten Jacques Rogge hat sich Bach nach eigenem Bekunden über die fast durchweg positiven Reaktionen besonders der aktiven Sportler gefreut:

"Diese Zuwendung habe ich als Ermutigung empfunden, zumal ich auch aus meinen Zeiten als Leistungssportler weiß, dass man sich in diesen Kreisen eigentlich eher nicht für Präsidentenwahlen interessiert."

Weiterer Termin für Bewerbung 2022

Im Zeitplan auf dem Weg zu einer erneuten Olympia-Bewerbung Münchens für das Jahr 2022 steht ein weiterer Termin längst fest:

Am 10. November werden die Bürgerentscheide in den betroffenen Städten und Gemeinden abgehalten. Sollten die Voten eine Zustimmung der Wähler ergeben, soll die Münchner Bewerbung schon vier Tage später auf den Weg gebracht werden.

Ruhpolding als dritter Standort

Geplant ist dabei, dass als dritter Standort neben München und Garmisch-Partenkirchen nun Ruhpolding ins Boot geholt wird. Dort sollen die Wettbewerbe im Biathlon und im Langlauf stattfinden, dafür wird aber zusätzlich ein drittes Olympisches Dorf benötigt.

Es gibt auch Überlegungen, die Halfpipe-Wettbewerbe im Münchner Olympiapark von 1972 stattfinden zu lassen, laut Bach "ein Standort, der besser dem Flair dieser Sportart entspricht."

Wahlhearing am 10. Juni

Konkretere Signale aus der Politik bezüglich der Olympia-Bewerbung erwartet der DOSB im Herbst nach der Bundestagswahl und der Landtagswahl in Bayern.

Alle im Bundestag vertretenen Parteien wurden daher zu einem Wahlhearing am 10. Juni nach Berlin eingeladen.