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Im Jahr 2000 wird Thomas Bach IOC-Vizepräsident © getty

Der neue IOC-Präsident ist nach seiner Wahl überwältigt. Er sprüht bereits vor Tatendrang und blickt auf die Vorbereitungen für Sotschi.

Thomas Bach freut sich im Interview über den "gewaltigen Vertrauensbeweis" der IOC-Mitglieder. Er blickt bereits nach vorne auf die Olympischen Winterspiele in Sotschi. Mit den Schwierigkeiten wegen des russischen Anti-Homosexuellen-Gesetzes will er sich erst in Lausanne beschäftigen.

Frage: "Herzlichen Glückwunsch, Herr Präsident ...!"

Thomas Bach: "Noch drehe ich mich nicht um, wenn mich jemand so ruft. Noch bin ich es ja auch nicht, sondern offiziell erst nach der Session. Aber ich bin natürlich glücklich über diese Wahl. Im zweiten Wahlgang gewählt zu werden, bedeutet einen gewaltigen Vertrauensbeweis. Das muss ich auch emotional erst mal verarbeiten."

Frage: "Was sind für Sie die drei wichtigsten Entscheidungen in den nächsten 100 Tagen?"

Bach: "Zunächst gilt es, die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele in Sotschi voranzutreiben und sicherzustellen, dass wir dort in fünf Monaten großartige Olympische Spiele erleben weren. Dessen bin ich mir auch sicher. Aber ab nächster Woche werde ich noch mehr dafür arbeiten. Dann wird es darum gehen, in den ersten Wochen und Monaten die Mitglieder einzubinden, ein Team zu bilden. Und dann wollen wir natürlich die Themen Nachhaltigkeit und Glaubwürdigkeit vorantreiben."

Frage: "1976 waren Sie Olympiasieger, ist das heute ein zweiter Olympiasieg für Sie?"

Bach: "Ja, dieser Moment packt mich immer noch. Wenn man diese Sympathie und Unterstützung gespürt hat, das war ja fast körperlich greifbar. Das war ein wirklich bewegender Moment, den ich in dem Augenblick einfach genossen habe. Das war Emotion pur."

Frage: "Noch eine Frage zu Sotschi: Das Anti-Homosexuellen-Gesetz steht weltweit in der Kritik. Was können Sie jetzt tun als IOC-Präsident?"

Bach: "Heute beschäftige ich mich erst mal mit der Wahl, ab nächster Woche werde ich in Lausanne sein, und dann werden wir uns um diese Themen kümmern, die Jacques Rogge hervorragend vorbereitet hat. Sie kennen ja die Stellungnahmen von höchster russischer Stelle zu diesem Thema. Zu diesem Thema wird es heute von mir keine weitere Reaktion geben."

Frage: "Wir werden Sie diesen Sieg feiern hier in Buenos Aires?"

Bach: "Das weiß ich noch nicht. Ich bin als Athlet in diesen Wettkampf gegangen, und als Athlet weiß man, dass man in einem Wettkampf nicht darüber nachdenken darf, ob man gewinnt oder verliert. Das ergibt sich ganz von selbst, genau wie sich das mit dem Feiern von selbst ergeben wird."

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