Das indische Nationale Olympische Komitee IOA hat Präsident Suresh Kalmadi einen Tag nach dessen Verhaftung von seinen Aufgaben entbunden.

Der OK-Chef der Commonwealth-Spiele 2010 war am Montag von der Polizei wegen Korruptionsvorwürfen rund um das Großereignis festgenommen worden. Übergangsweise soll der bisherige Vizepräsident Vijay Kumar Malhotra den Posten einnehmen.

Kalmadi, der 15 Jahre an der Spitze der IOA stand, werden von den Ermittlern Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Werbeverträgen vorgeworfen.

Das hatte Bundespolizeisprecherin Dharini Mishra am Montag nach einer mehrstündigen Vernehmung mitgeteilt. Der 66-jährige Inder wird voraussichtlich acht Tage in Haft bleiben.

Kalmadi soll einer Schweizer Firma, die unter anderem Equipment für Zeitmessungen herstellt, einen unangemessen hoch dotierten Vertrag mit einem Volumen von 31 Millionen Dollar zugeschanzt haben. Kalmadi weist alle Vorwürfe von sich.

Bereits Ende November hatte die Polizei Häuser von Spitzenfunktionären der Commonwealth-Spiele durchsucht. Die Spiele im Oktober in der indischen Hauptstadt sollten ursprünglich rund zwei Milliarden Dollar kosten, verursachten aber im Endeffekt Gesamtkosten von geschätzten sechs Milliarden.

Insgesamt sollen rund 1,8 Milliarden Dollar zweckentfremdet worden sein. Als auch Vorwürfe gegen Kalmadi laut wurden, entfernte ihn der indische Sportminister im Januar vom Posten des OK-Chefs, um eine reibungslose Aufklärung der Betrugsvorwürfe zu gewährleisten.

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