Vorhang auf für die Premiere der Europa-Spiele: 2015 wird das Großereignis erstmals ausgetragen, Gastgeber ist Aserbaidschans Hauptstadt Baku.

Dies beschloss die Vereinigung der 49 Nationalen Olympischen Komitees in Europa (EOC) am Samstag auf ihrer 41. Vollversammlung in Rom.

38 NOKs stimmten in einer geheimen Wahl dafür, acht dagegen, drei enthielten sich der Stimme. Die Europa-Spiele umfassen 15 olympische Sportarten sowie zwei nicht-olympische. Sie sollen alle vier Jahre ausgetragen werden.

Vor der Abstimmung hatte es auch Widerstand gegen das "neue Kind" gegeben. Der europäische Leichtathletik-Verband sprach sich gegen eine solche Durchführung aus.

Auch die Schwimmer befürchten eine noch größere Dichte im ohnehin schon prallvollen Terminkalender. Baku war der einzige Bewerber. Der Termin für die erste Austragung soll im Mai 2015 liegen. Die Veranstaltung soll privat finanziert werden.

Der deutsche Sport hatte sich zunächst gegen die Einführung eines Äquivalents zu den bekannten Asien- oder Panamerikanischen Spielen positioniert.

Am Samstag in Rom jedoch stimmte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) nach vorheriger Absprache mit seinen Spitzenverbänden zu.

Dies allerdings unter der Voraussetzung, dass die Veranstaltung nach der Premiere einer erneuten Prüfung unterzogen wird. Dann solle erneut über die Zukunft der Europa-Spiele beraten werden.

Das EOC will die Veranstaltung "in keiner Weise als Kopie der Olympischen Spiele" verstanden wissen, sondern als "Werkzeug, mit dem man die Attraktivität des Sports steigert", hieß es auf der EOC-Homepage.

Zudem wurde den NOKs versichert, dass die Europa-Spiele sie "keinen Penny" kosten, sondern zusätzliche Einnahmen generieren werden.