Ein Schritt nach vorn auf dem Weg zur möglichen Kandidatur: Thomas Bach hat dem "Südwestrundfunk" (SWR) erstmals eingeräumt, dass er über eine Bewerbung um das Präsidentenamt im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) nachdenkt.

Bisher hatte der 58 Jahre alte Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und IOC-Vize immer nur erklärt, diese Frage stelle sich derzeit nicht, auch aus Respekt vor dem aktuellen Amtsinhaber Jacques Rogge.

Thomas Bach erklärte nun während der Mitgliederversammmlung des DOSB in Stuttgart, dass er schon seit einem "guten Jahr" über eine Bewerbung für das höchste Amt im Weltsport nachdenkt: "Eine Entscheidung wird nicht ohne eine Gespräch mit Jacques Rogge fallen."

Dies gebiete die Loyalität zum Präsidenten, der sein Amt nach elf Jahren am 10. September 2013 bei der 125. IOC-Session in Buenos Aires abgeben wird. Spätestens drei Monate davor muss Bach eine Kandidatur offiziell machen.

Bach räumte ein, er beschäftige sich verstärkt mit dieser Frage, nachdem "vermehrt IOC-Mitglieder an mich herangetreten sind und mich gefragt haben. Da habe ich dann begonnen, mich mit dieser Frage auseinanderzusetzen. Vor allen Dingen auch zu überlegen, ob man sich das selbst zutraut."

Aber noch seien "nicht alle Überlegungen" abgeschlossen.

Rogge hatte bestätigt: "Thomas Bach hat alle Qualitäten, die ein Präsident braucht: Er ist intelligent, kennt den Sport, liebt den Sport, kann Teams bilden, er hat das Geschick." Nun sagt Bach: "Es ist eine Ehre, für wählbar gehalten zu werden."