Vier Jahre nach Peking 2008 hat ein Schweinfurter Autohändler seinen ganz persönlichen Olympiasieg gefeiert:

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) blitzte mit einer Klage gegen den Geschäftsmann vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth erstinstanzlich ab.

Händler Helmut Wächter hatte 2008 einen Pkw (BMW) als "Unser Angebot zu Olympia 2008" auf den Markt gebracht.

Hierin sah der DOSB einen Verstoß gegen das Gesetz zum Schutz des olympischen Emblems und der olympischen Bezeichnungen (OlympSchG), welches unter anderem das Wort "Olympia" schützt.

Er ließ das Autohaus anwaltlich abmahnen. Wächter verpflichtete sich zwar, die Werbung zu unterlassen, verweigerte aber die Zahlung der vom DOSB geltend gemachten 1600 Euro Abmahnkosten. Zurecht, bestätigten jetzt die Richter (Az.: 3 O 10482/11).

Das Landgericht stellte fest, der Begriff "Olympia" sei zwar im geschäftlichen Bereich ohne Zustimmung des DOSB verwendet worden.

Rechtswidrig sei dies aber nur, wenn die Gefahr einer Verwechslung bestehe oder die Wertschätzung der Olympischen Spiele in unlauterer Weise beeinträchtigt oder ausgenutzt werde.

Weder das eine noch das andere sei der Fall. Insbesondere sei nicht der Eindruck erweckt worden, das Autohaus sei Sponsor der Olympischen Spiele. Der DOSB kann in die nächsthöhere Instanz gehen.

In drei vergleichbaren Fällen hatte der DOSB vor Landgerichten gesiegt. Im September wurde in Leipzig geurteilt, dass die Verwendung des Begriffs "Olympia-Rabatt" zur Bewerbung von TV-Geräten anlässlich der Winterspiele 2010 in Vancouver rechtswidrig gewesen sei.

Auch in Düsseldorf siegte der DOSB. Das betroffene Unternehmen musste die Werbung mit einer Produktbezeichnung "Olympia 2010" für Whirlpools vor Vancouver unterlassen.

Das Landgericht Bochum bezeichnete die Verwendung des Begriffs "Olympia-Spezial" zur Bewerbung von Elektronikartikeln vor den Sommerspielen 2008 in Peking als rechtswidrig.