Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich hat sich gegen schärfere gesetzliche Regelungen im Anti-Doping-Kampf ausgesprochen.

"Es ist ein Irrtum, zu glauben, dass man konsequentes Vorgehen durch Strafverschärfung ersetzen kann", sagte der CSU-Politiker im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Statt schärfere Gesetze zu fordern, sollte man besser dafür sorgen, dass Institutionen wie die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) arbeitsfähig bleiben und die bestehenden Möglichkeiten ausgeschöpft werden."

Zuletzt, vor allem im Nachgang des Falls Lance Armstrong, waren sowohl aus Sport und Politik Stimmen für eine schärfere Anti-Doping-Gesetzgebung laut geworden.

Neben der bayerischen Justizministerin Beate Merk fordern auch die Sportpolitiker der SPD und Grünen Änderungen im bisherigen Recht. Im kommenden Jahr soll es einen entsprechenden Gesetzentwurf geben. Auch Sportler wie Deutschlands Top-Radsprinter Andre Greipel und Tischtennis-Star Timo Boll für härtere Gesetze ausgesprochen.

Im Streit um die NADA-Finanzierung denkt Friedrich offenbar auch über Änderungen nach.

"Im neuen Jahr müssen wir schauen, welche Optionen wir haben, dieses Hüpfen von Ast zu Ast zu beenden. Wir brauchen eine längerfristige Lösung für die NADA", betonte Friedrich.

Erst im Oktober hatte eine Umverteilung im Sportetat eine Finanzierungslücke von 1,35 Millionen zumindest halbwegs gestopft. Dennoch muss die Bonner Behörde auf Rücklagen zurückgreifen. Die Vorsitzende Andrea Gotzmann hatte den Zustand zuletzt als "unhaltbar" bezeichnet.

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