Zeitverzug in der Vorbereitung und Finanzierungsprobleme bringen die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro in ernsthafte Gefahr.

Dies geht laut Brasiliens überregionaler Tageszeitung Estadao de Sao Paulo aus einem Geheimbericht des Internationalen Olympischen Komitees hervor, in den Journalisten des "Estadao" angeblich exklusiven Einblick hatten.

Demnach hinken mehr als die Hälfte der Arbeiten dem Zeitplan hinterher.

Vor allem das Kapitel Infrastruktur, eines von insgesamt 44 im Bericht, sei komplett mit der Alarmfarbe Rot gekennzeichnet.

Die U-Bahn-Linie 4 sowie die Schnellstraßen Transolimpica und Transbrasil benötigen demnach eine "sehr sorgfältigen Überwachung", da auch Alternativpläne fehlen, falls es bei einem der Transportsysteme zu Problemen käme.

Zu den größten Sorgenkindern gehört der Hotelsektor, weil von den angepeilten 45.000 Zimmern erst 19.200 zur Verfügung stünden.

Die für März dieses Jahres vorgesehene Vertragsunterzeichnung mit Hotelschiffen sei auch noch nicht zustande gekommen. Gelbes Licht erhielten zudem die Flughäfen Rios.

Auch die ständige Umplanung einiger Sportstätten sorgt beim IOC für großen Unmut. Diese Änderungen und Ungewissheiten könnten negative Auswirkungen auf die operativen Maßnahmen, heißt es im Bericht.

Vor allem für den Sportkomplex Deodoro fordert das IOC "höchste Dringlichkeit" bei der Planung, Auftragsvergabe und Konstruktion.

Notwendige Umbauten am Maracana-Stadion, wo unter anderem Eröffnungs- und Schlussfeier stattfinden, seien wegen gerichtlicher Auseinandersetzungen in Gefahr.

Das für die Leichtathletik-Wettbewerbe vorgesehene Engenhao-Stadion ist seit März geschlossen, weil das Dach bei starken Winden einzustürzen droht.

Der nächste Rückschlag kam dann am Dienstag, als die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA dem Anti-Doping-Labor in Rio, dem einzigen in Brasilien, die Zulassung entzog.

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