Heftige Kritik am scheidenden IOC-Präsidenten Jacques Rogge hat der frühere Chef der Welt-Antidoping-Agentur WADA geübt.

Der Kanadier Richard Pound, lange Jahre im Führungszirkel des Internationalen Olympischen Komitees, wirft dem 71 Jahre alten Belgier Führungsschwäche vor.

Er kritisierte in der "Neuen Zürcher Zeitung", Rogges Idee mit den Olympischen Jugendspielen, die viele als dessen wichtigste Entscheidung ansehen, sei einer der größten Fehler in der Geschichte des IOC.

"Sie werden nicht mehr als zwei Prozent der Stubenhocker zum Sport bringen", hatte Pound schon 2007 bei der Initiierung der Jugendspiele gesagt.

Pound, 71 Jahre alt wie Rogge, gegen den er 2001 im Präsidentenrennen verlor, kritisiert am Belgier, er habe es versäumt, ein kompetentes Führungsteam zu bilden.

"Er hat mit jenen Leuten zusammengearbeitet, die um ihn herum waren.", prangerte er an.

Das IOC habe es darum seinen Mitgliedsverbänden gestattet, im Kampf gegen Doping nicht mitzuspielen.

Pound: "Das Hauptproblem ist nicht die Wissenschaft, die den Dopingbekämpfern immer einen Schritt voraus ist. Das Problem sind die involvierten Parteien, die sogenannten Stakeholder, die kein ernsthaftes Interesse am Kampf gegen das Doping haben."

Würde das IOC diesen Verbänden die Streichung aus dem Olympischen Programm ankündigen, was auch einzelnen Ländern angedroht werden könne, würde sich dies ändern.

Pound: "Neun von zehn Sportverbänden würden ohne die finanzielle Unterstützung des IOC nicht mehr existieren."

Rogge erhält am Dienstag kommender Woche in Buenos Aires (10. September) einen Nachfolger. Unter sechs Kandidaten gilt Thomas Bach, derzeit IOC-Vizepräsident, als Favorit.

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