homas Bach greift nach dem Taktstock. "Der IOC-Präsident ist der Dirigent eines Weltorchesters", sagte Bach, einer von sechs Kandidaten im Kampf um das höchste Amt im Weltsport, wenige Tage vor der Wahl am 10. September in Buenos Aires im Gespräch mit dem Magazin "Bunte".

Er selbst bringe "das Herzblut eines Athleten mit ein" und habe sich "über 20 Jahre viel Vertrauen bei den 115 IOC-Mitgliedern aufgebaut. Meine Wahl wäre auch eine Anerkennung für den deutschen Sport."

Bach brach in dem Gespräch erneut eine Lanze für die sogenannten "jungen" Sportarten bei Olympia: "Warum soll der Hip-Hopper oder Skateboarder nicht in einer Halle gemeinsam mit den Turnern seine Kunststücke vollführen?" Die wichtigsten Themen für Olympia seien "Nachhaltigkeit, Glaubwürdigkeit und Jugend".

Doping dagegen bezeichnete Bach in dem Gespräch, an dem auch Fecht-Olympiasiegerin Britta Heidemann beteiligt war, als größte Gefahr für den Sport: "Zusammen mit Manipulation durch Korruption. Sport ist der einzige gesellschaftliche Bereich, in dem Doping verboten ist. Im Sport müssen wir die überwältigende Mehrheit sauberer Athleten schützen. Dieser Kampf wird nie enden."

Heidemanns Einwand, das Kontrollsystem sei noch nicht ausgereift, parierte Bach mit den Worten: "Es ist beschwerlich, aber nötig für einen sauberen Sport." In dem Zusammenhang äußerte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) auch zum wiederholten Mal seine Enttäuschung über das Verhalten von Jan Ullrich. "Es wäre sehr wichtig gewesen, über die Hintermänner des Dopings aufzuklären", sagte Bach:

"Jan Ullrich hat den richtigen Zeitpunkt verpasst, ein Geständnis hätte ihn sicher erleichtert, er hätte heute ein ganz anderes Ansehen."

Zu den Menschen, die Thomas Bach bewundert, gehört vor allem Nelson Mandela. Südafrikas greiser Friedensnobelpreisträger habe ihm einst auf die Frage, ob er Hass oder Rachegefühle für seine früheren Peiniger empfinde, mit einem schlichten "No" geantwortet. Bach:

"Als er den Zweifel in meinen Augen las, hat er hinzugefügt: Wenn ich hassen würde, wäre ich kein freier Mensch mehr."

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